Valentin…

am valenstinstag gefällt mir, dass er nach einem heißt, der enthauptet wurde. ist nicht ganz klar, welcher valentin der namensgeber war. der bischof von terni, der liebespaare christlich getraut hat, was marcus aurelius claudius goticus nicht passte. oder der priester, der wegen seines christlichen glaubens im knast saß und der blinden tochter des wärters liebesgedichte vorgelesen haben soll. oder der heilige aus holland, der im 5. jh. versucht hat, die wilden niederbayern zu bekehren? aber egal. geköpft wurden alle drei. 
der ursprung des tages ist eh älter. geht bis nach indien zurück, wo nach einer sage an diesem tag drei tropfen vom himmel fallen, die den frühling ankündigen. oder ins antike rom, wo man am 14. februar juno, die göttin der ehe und familie, feierte und den frauen blumen schenkte. und dann gabs noch lupercus, den gott der hirten und fruchtbarkeit, zu dessen ehren sich am 14. februar die paare per lotterielos zugewürfelt wurden. seine priester sollen ziegen geopfert haben und halbnackt durch die straßen roms gerannt sein, und wer sie berührte, war von fruchtbarkeitsstörungen geheilt. yep. 
in mitteleuropa ist der 14.2. als „tag der liebenden“ zuerst im 14. jahrhundert in frankreich belegt, mitbringsel von den kreuzzügen oder infolge der höfischen minne(sang)kultur, die eine neue respektvollere mann(ritter)-frau-beziehung hervorgebracht hat. es gibt mehrere valentinsgedichte des französischen dichters oton de grandson, anzunehmen also, dass er zuerst in höfischen kreisen begangen wurde. 
fast zeitgleich wurde er in england populär – mit der allegorischen dichtung „parlament der vögel“ (parlement of fowls), die ein geoffrey chaucer 1383 für eine valentinsfeier am hof richards II. geschrieben hat (genutzt hat’s dem richard aber nix, er wurde ebenfalls an einem 14. februar umgebracht). das schöne, ellenlange poem beschreibt, wie sich die verschiedenen vögel um göttin natur versammeln, um einen partner zu finden: „for this was on seynt valentynes day, whan every foul cometh ther to chese his mate“. auch shakespeare griff die idee auf, ophelia sagt zu hamlet: „ich will sein eure valentine“. sein zeitgenosse thomas nashe verfasste gar ein stück „die valentinswahl“, in dem er ziemlich drastisch ausbreitet, was er mit seiner valentine anstellt, die versehentlich in einem bordell gelandet ist. 
in deutschland taucht der 14.2. im mittelalter in einem handbuch als der tag auf, an dem „die geschlechtslust in allen creaturen wieder erwacht“. ansonsten wird nicht viel über ihn berichtet. in einigen gegenden war das datum auch negativ belegt, ein unglückstag: judas ischariot soll an einem 14. februar geboren worden sein, schlechte menschen sollten sterben, falls es an dem tag donnerte, und am 14. geborene tiere wurden nicht zur zucht eingesetzt…
how ever. im 19. jahrhundert haben englische auswanderer den valentinstag nach amerika exportiert und us-soldaten ihn nach dem krieg dann nach westdeutschland eingeschleppt. und jetzt haben wir den blumensalat.

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