Der Sommer 1908

Was hätte dieser Mann noch für großartige Bilder malen können! Richard Gerstl (*14.9.1883), der „österreichische Van Gogh“ war als Maler revolutionär und ein tragischer Held, der fast alle seine umwerfenden Bilder vernichtet und sich mit 25 Jahren umgebracht hat. Ein Quantum Trost, dass dem unglücklichen Geliebten Mathilde Schönbergs in seinem letzten Ausbruch der Selbstzerstörung einige Werke entgangen sind.

Die Bromberger-Schwestern

Zu den Opfern der Massenexekution im Ghetto Minsk am 28. Juli 1942, heute vor 84 Jahren, gehören auch die Schwestern Dora und Henriette Bromberger. Heute kaum noch bekannt, gehörten beide bis 1933 zu den gefragtesten Künstlerinnen der Hansestadt Bremen – die eine als Malerin, die andere als Pianistin…

Der „Zwerg“

Über Alexander Zemlinsky (1871–1942, Todestag heute), den für seine Musik „zu spät geborenen“ österreichischen Komponisten, Dirigenten und Pädagogen, seine katholisch-jüdisch-muslimischen Vorfahren, sein Äußeres und Inneres, das Alma-Trauma und den Schwager Arnold.

Sonate für Marillenknödel & Spinat

Ein Blick in Gustav Mahlers Speisekammer. 1880 erklärt Richard Wagner in seinem Aufsatz »Religion und Kunst« in den Bayreuther Blättern den Vegetarismus zum Muss für Intellektuelle, schielt dabei auf Schopenhauer zurück (und vergisst, wenig überraschend, auch nicht, den »ungerechten Judengott« zu erwähnen, der das »Fleischopfer« Abels mehr geschätzt habe als das »Fruchtopfer« Kains).  Die Schrift … Sonate für Marillenknödel & Spinat weiterlesen

Bosmans & Belinfante

Sieben Jahre waren sie privat wie musikalisch ein Paar: die Pianistin und Komponistin Henriëtte Bosmans und die Cellistin und Dirigentin Frieda Belinfante. Zwei Musikerinnen aus Amsterdam, die Frauen lieben und sich mit Männern zusammentun, als Jüdinnen verfolgt und während der Besatzung »unsichtbar« werden. Die eine gibt illegale Konzerte und rettet ihre Mutter vor der Deportation, die andere geht in den Widerstand, fälscht Pässe und verkleidet sich als Mann…