Demoiselle Bernsdorf und Demoiselle Bevern

Die erste Bat-Mizwa-Zeremonie im modernen Sinne, als Pendant zur Bar Mizwa, der Religionsmündigkeit der Jungen, fand 1922 für Judith Kaplan in New York statt. Doch bereits 1817 wurde in Berlin zum ersten Mal eine "jüdische Einsegnung" für zwei Mädchen gefeiert. Wer waren die Fräulein Bernsdorf und Bevern, die hier ihren damals weit beachteten Auftritt hatten?

„Was hast du für Gefühle, sind’s kühle oder schwühüle“

Paul O'Montis (geboren am 3. April 1894 als Paul Wendel) war in der Weimarer Ära ein bekannter Interpret witziger, pikanter Chansons und frecher Parodien, die oftmals um die gleichgeschlechtliche Liebe kreisen oder die er mit (s)einem "schwulen Habitus" garniert hat. O'Montis wurde von den Nazis durch halb Europa getrieben und ist 1940 als Rosa-Winkel-Häftling im KZ Sachsenhausen gestorben.

Vektorräume und Löwenzahn

Alexander Grothendieck (1928–2014) war einer der bedeutendsten Mathematiker des 20. Jahrhunderts. Und doch hat der in Berlin geborene Anarchisten-Sohn, Child Survivor, Pazifist und Umweltaktivist auf dem Höhepunkt seiner Karriere die mathematische und bald auch die menschliche Gemeinschaft verlassen, um als Einsiedler an einem unbekannten Ort zu leben…

Erdőszahl Null

Paul Erdős hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung liebenswerter Käuze, auch wenn ich von all seinen Leidenschaften wie Primzahl-Zwillingen, Interpolationspolynomen, benachbarten natürlichen Zahlen oder der Ramsey-Theorie kein Wort verstehe. Denn Erdős war vielleicht der brillanteste, ganz sicher aber der skurrilste Mathematiker des 20. Jahrhunderts...

Der „Zwerg“

Über Alexander Zemlinsky (1871–1942, Todestag heute), den für seine Musik „zu spät geborenen“ österreichischen Komponisten, Dirigenten und Pädagogen, seine katholisch-jüdisch-muslimischen Vorfahren, sein Äußeres und Inneres, das Alma-Trauma und den Schwager Arnold.

Mit vier Jahren befreit

Józef Janek Szlajfsztajn, am 7. März 1941 in Sandomierz im Südosten von Polen geboren, war von seinen Eltern Izrael und Ester versteckt worden, während sie selbst nach der Auflösung des Ghettos von Sandomierz in verschiedenen Fabriken Zwangsarbeit leisten mussten. als die HASAG-Munitionsfabrik in Tschenstochau im Januar 1945 nach Deutschland verlegt wurde, deportierte man die drei … Mit vier Jahren befreit weiterlesen

„Der krasse Fall aus meiner Verwandtschaft“

Nordeck, 3. März 1884. Der Mann schlägt Johanna W. (56) zweimal mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf; ihre Schädelknochen splittern, sie bricht blutend zusammen. Dann stürzt er sich auf Salomon W. (69) und würgt ihn. Der wehrt sich verzweifelt, bis ihn die Kraft verlässt, und er schließlich erstickt. Johanna und Salomon sind die Großeltern des Schriftstellers Friedrich Wolf…