Von Hugo zu Hamid, von Leila zu Lisa

Was haben unser Stammvater Abraham, Liz Taylor, Muhammad Ali und Kardinal Lustiger gemeinsam? Richtig. Sie sind von einer Religion zur anderen übergetreten. Jeder hat(te) andere Gründe dafür, zum Judentum, Christentum oder Islam zu konvertieren. Der eine sucht nach spiritueller Erfüllung, die andere fühlt sich von der Botschaft einer Religion angezogen, der nächste wird dazu gedrängt, die übernächste hat persönliche Beziehungen. Ein kleines Konvertitenkarussel…

Ludwig Thoma, der »Cato von Miesbach«

Seine »Lausbubengeschichten« oder den »Münchener im Himmel« mochte ich. Bis ich eines Tages Artikel des späten Ludwig Thoma (*21. Januar 1867) aus einem bayrischen Provinzblatt in die Hände bekam. Thoma hat sich im Ersten Weltkrieg vom Simplicissimus-Autor und Satiriker, der Kirche und Spießertum auf‘s Korn genommen hatte, zu einem konservativen, deutschtümelnden Patrioten mit Juden-Obsession gewandelt. Die Berliner Volkszeitung nannte ihn den »Cato von Miesbach«, der seine Hetzartikel mit der Mistforke schreibe und daraus keinen Hehl mache. In der Tat:

Crossdressing 1.0

Eine junge Frau um 1900, die als Mann verkleidet mit Schnurrbart, als Junge mit Schiebermütze und Kippe, als Ehemann eines Typen in Frauenkleidern oder als Verehrer einer eleganten Angebeteten in einem Ruderboot spitzbübisch in die Kamera grinst… Fotos der Norwegerinnen Bolette Berg & Marie aus einer Zeit, in der für Frauen „Kinder, Küche, Kirche“ vorgesehen war

Der koschere Wagner

»Mendele Lohengrin«, eine 1898 geschriebene tragikomische Erzählung um einen armen Klezmer-Musiker, der sich unsterblich in die Musik Richard Wagners verliebt, kommt derzeit in München als Singspiel zu neuen Ehren. Ihr Autor, der Publizist und Zionist Heinrich York-Steiner, der zur Wiener Intellektuellen-Szene und zum engsten Umfeld Theodor Herzls gehörte, ist hingegen nahezu vergessen.