
nun zu den wichtigen dingen im leben (eines teils der menschheit): am 13. märz 1894, wurde der professionelle striptease geboren. im pariser varieté le divan fayounau in der rue de martyrs auf dem verruchten montmartre. wo man sich zuvor zwar schon mit dem aufreizenden can-can an die öffentlichkeit getraut hatte, aber noch nicht mit totaler blöße. die genauen umstände sind nicht mit letzter sicherheit bekannt, aber charles baudelaire soll zugegen gewesen und die künstlerin (einige quellen geben ihren namen mit mille cavelli an), die ihre darbietung „le coucher d’yvette“, „yvette geht zu bett“ genannt hatte, sich nach und nach sämtlicher kleidungsstücke bis auf eine vollkommen durchsichtige strumpfhose entledigt haben. verbürgt ist auf alle fälle, dass sie anschließend verhaftet und zu einer saftigen geldstrafe verdonnert wurde. der striptease war trotzdem nicht mehr aufhalten. ein, zwei jahrzehnte haben ihn tänzerinnen wie mata hari oder anita berber auch in deutschland endgültig etabliert (bis „metoo“:)#
_alexander moszkowski 1921:
»wenn ick schon hör‘: nackttänzerin!
da reiß ick aus und mach mir dünn;
denn erstens nämlich schäm ick mich,
und zweetens tanzen kann se nich,
und drittens tut’s dem anstand weh,
und viertens kostet et entree,
und fünftens find‘ ick’s abjeschmackt,
und sechstens is se jar nich nackt!«
