Wind machen


der ventilator, abgezweigt vom lateinischen „ventilare“, wind machen, taucht erstmals 1803 im brockhaus conversations-lexikon auf, als „vorrichtung, durch welche aus eingeschlossenen räumen… die verdorbene luft hinweggeschafft, und dagegen frische hereingebracht wird.“
erfunden hat die „fremdangetriebene strömungsmaschine“, bei der es also mitnichten um kühlung ging, 1740 der engländer stephen hales. der physiker nahm an, dass die verbrauchte luft im inneren von schiffen der gesundheit schadet und suchte abhilfe. sein gerät wurde noch von menschen angetrieben, saugte frischluft von außen an und drückte sie über schläuche in die räume und die abgestandene in die zwischendecks zurück. offenbar erfolgreich. denn das belüftungssystem wurde wenig später auch in englischen gefängnissen und krankenhäusern eingeführt. 
anfang des 19. jh kamen in indien dann große halbkreisförmige fächer auf, die unter der decke angebracht und von dienern über seile bewegt wurden. ab 1851 stellte christian schiele in der ersten ventilatorenfabrik deutschlands gebläse her, die man von hand oder über ein fußpedal antrieb.
1860 begann man in den usa das indische prinzip mit dem von hales zu kombinieren und deckenventilatoren zu bauen, die sich mit hilfe von mit dampfmaschinen bewegten.
und endlich, 1882, fiel dem deutschstämmigen amerikaner phillip diel der elektrische ventilator ein, wie wir ihn heute noch kennen. patentieren ließ ihn sich allerdings erst 1902 james wood (der auch die flutlichtanlage an der freiheitsstatue ertüftelt hat).
aber wer jetzt wegen der affenhitze keinen ventilator mehr erwischt, kann immer noch zur „handgetriebenen strömungsmaschine“ greifen – mit dem simplen fächer haben sich schließlich schon die alten ägypter erfolgreich luft verschafft. gut wedel!

Hinterlasse einen Kommentar