Der Erfinder des Kugelschreibers

weil ich als kind mit füller schreiben musste – mein held des tages: der erfinder des kugelschreibers, lászló józsef bíró. geboren 29. september 1899, nagymező straße 24, budapest; vater: mózes mátyás schweiger aus hódmezővásárhely; mutter: janka ullmann aus káposvár.

lászló bricht sein medizinstudium ab, beendet auch nie eine hochschule, ist aber auf vielen gebieten unterwegs, als bildhauer, maler, journalist, kunstkritiker, graphologe, hypnotiseur, rennfahrer, versicherungsagent, börsenanalytiker, autohändler und zollbeamter – bis er zum „daniel düsentrieb“ wird, ein rastloser erfinder, wie schon sein vater, der als zahnarzt selbstgebaute bohrer an seiner kundschaft ausprobierte.
für den kugelschreiber lässt sich biró, nachdem er 1930 redakteur der kulturzeitung „hungry-magyarország-hungary“ geworden war, von druckmaschinen inspirieren. vor allem begeistern ihn die drehenden walzen, wie sie in die farbe eintauchen und die buchstaben gleichmäßig und schnell trocknend auf das papier bringen. denn die bis dahin üblichen füllfederhalter kleckerten stark und die tinte trocknete nur sehr langsam. sein aha-erlebnis hat biró, so eine der legenden, als er versehentlich eine tintenflasche umgeworfen habe, deren Inhalt sich über den schreibtisch ergoss, auf dem metallkugeln lagen, die nun beim wegrollen saubere linien hinterließen…
er beginnt zu experimentieren, zusammen mit seinem bruder györgy, einem chemiker, und andor goy, einem hersteller von schreibmaschinen. am ende haben sie eine art viskose tinte auf ölbasis zusammengerührt, die auf dem papier sofort trocknet und gut haftet. dazu ein röhrenreservoir mit einem kugelgelenk und einer kugel, die das eintrocknen der tinte im inneren des stifts verhindert und einer weiteren winzigen kugel an der spitze des stiftes, die sich frei dreht und die tinte dosiert auslässt.
1938 bekommt der „go-pen“ ein ungarisches patent, in den usa wird er als „fountain pen for pulpy ink“ (ball pen) patentiert. 
noch im selben jahr flieht der jude biró mit frau elsa, tochter marianna und seinem bruder nach frankreich, und nach dem einmarsch der deutschen 1940, zunächst ohne familie, weiter nach argentinien, wo er bis zu seinem tod 1985 lebt.
in argentinien verbessert er den kuli weiter und tut sich mit der schwedischen kugellagerfabrik skf zusammen, die ihm perfektere kügelchen liefert, als er sie bisher herstellen lassen konnte. 1943 folgt das zweite, argentinische patent. biro verkauft die produktionsrechte an die amerikaner, die die massenproduktion beginnen, das stück zu 8,50 dollar (in deutschland kosten die ersten kulis 1950 um die 20 mark). auch die briten sichern sich noch im krieg die rechte an der erfindung – die royal air force hatte schon lange nach einem schreibgerät gesucht, das nicht kleckst und in großer höhe funktioniert. gleich im ersten jahr kommen 30000 der neuen kulis in der army zum einsatz.
biró selbst allerdings muss seine kugelschreiberaktien als bürgschaft für einen kredit hergeben, den er aufnehmen muss, um seine familie vor den nazis in sicherheit zu bringen. als er später den kredit hätte zurückzahlen können, ziehen die kreditgeber es vor, die aktien zu behalten. 
was bleibt ist sein name als erfinder des kugelschreibers – in großbritannien wird das wort „biro“ bis heute gleich bedeutend mit unserem „kuli“ benutzt und auch orwell schreibt in „1984“ ausschließlich “biro“, wenn er einen stift meint -, obwohl lászló biró viel mehr erfunden hat, u.a den klinischen thermographen (ein gerät zur früherkennung von krankheiten, das noch heute verwendet wird), ein automatikgetriebe (das general motors ihm abkauft), den linearmotor (für den betrieb von hochgeschwindigkeitsschienen), ein etikettendruckgerät für flaschen, einen öffner für medizinische ampullen, den deoroller und einen blutdruckmesser fürs handgelenk.
argentinien feiert jedes jahr an biros geburtstag den „tag des erfinders“.

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