Berliner Handball-Geburt 

handball – wer hat’s erfunden? ein berliner! und für wen? für frauen! am 29. oktober 1917 legte der oberturnwart max heiser fest, dass das von ihm für das weibliche geschlecht entworfene spiel „torball“ von nun an „handball“ heißen und welche regeln es dafür geben solle. deswegen gilt dieses datum als geburtstag des handballs. heisers idee war, auch mädchen zu ermöglichen, sich ohne körperkontakt bei einem mannschaftsspiel auszutoben (und heiser hatte zeit, sich ein regelwerk auszudenken; er war aus gesundheitlichen gründen wehruntauglich geschrieben worden und musste nicht in den ersten weltkrieg ziehen). das spiel kam bei den frauen und mädchen gut an (bei mir auch, ich war torwart in der uni-mannschaft, bis der ringfingerknochen zersplitterte). zwei jahre später entwickelte wieder ein berliner, der turnlehrer carl schelenz heisers spiel weiter und machte es auch für jungs attraktiv, indem er zweikämpfe erlaubte und zum besseren halten und genaueren werfen den ball verkleinerte (ursprünglich hatte der einen umfang von 71 zentimetern gegenüber heute 54 bis 60). so wurde das spiel bei weiblein wie männlein immer beliebter und schon 1919 richtete die sportvereinigung fichte eine deutsche meisterschaft der arbeitersportvereine aus; 1921 folgte die erste deutsche meisterschaft, die von einem (fast)berliner verein gewonnen wurde (tsv 1860 spandau), 1925 das erste länderspiel (die österreicher besiegten deutschland mit 6:3), 1938 die erste weltmeisterschaft.
parallel zum feldhandball entwickelte sich der hallenhandball, wegen der klimatischen bedingungen zuerst in den skandinavischen ländern, und setzte sich gegenüber der freiluftvariante wegen der wetterunabhängigkeit und des kleineren spielfeldes letztlich durch, spätestens nachdem hallenhandball 1972 für männer und 1976 für frauen olympische disziplin wurde.
handballähnliche spiele gab es natürlich lange vor max heiser. schon homer berichtet in seiner odyssee von einem handballähnlichen spiel namens „urania“, der römische arzt claudius galenus beschreibt 130 u.z. ein beliebtes (hand)ballspiel mit dem namen „harpaston“ und auch walter von der vogelweide rühmt in einem seiner lieder ein fangspiel…

abbildung: fußbodenmosaik in der villa romana del basale, sizilien, 4.jh.u.z.

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