Großberlin 


am 1. oktober 1920 wurde unser gemütliches berlin zu groß-berlin und war plötzlich mit 3,8 millionen einwohnern (mehr als heute) nach london und new york die bevölkerungsreichste stadt der welt…
die bildung eines neuen großgebietes sollte die stadtplanung verbessern (verkehr, siedlungsbau u.a.) und finanzielle und soziale ungleichgewichte zwischen kernstadt und umland ausgleichen (stichwort steuerzahlungen, geringere sozialkosten der wohlhabenden etc). die pläne waren nicht neu, aber wegen divergierender interessen und jahrzehntelangem widerstand (u.a. hatten die reichen charlottenburger keine lust für zb. das arme rixdorf zu zahlen) gelang die umsetzung erst nach dem zusammenbruchs des kaiserreichs in der weimarer republik. bei der abstimmung im april 1920 endlich wurde das gesetz zur bildung von groß-berlin knapp mit 164 stimmen (vor allem der SPD und USDP) gegen 148 stimmen der konservativen durchgeboxt. und so konnten zum 1.10.1920 lichtenberg, schöneberg, wilmersdorf, charlottenburg, neukölln, spandau, cöpenick (niederbarnim, osthavelland + teltow) und noch ein paar kleinere gutsbezirke eingemeindet werden. der magistrat gründete daraufhin 20 neue bezirke, sechs aus dem alten stadtgebiet, 14 aus aus den eingemeindeten flächen. damit vergrößerte sich berlin per gesetz von 66 km² auf 878 km² und war an der einwohnerzahl gemessen die drittgrößte und an der fläche gemessen (nach los angeles) die zweitgrößte stadt der welt. vorläufig:)

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