Musilscher Farbkreisel

robert musil *6.11.1880 – ja, der musil mit dem zögling törleß, und dem ulrich ohne eigenschaften… hat sich als ingenieur u.a. für wahrnehmungsphänomene aller art interessiert und hübsche sachen erfunden, eine trägt sogar seinen namen – „der musilsche farbkreisel“:

„Den hier abgebildeten Apparat habe ich konstruiert, als ich am Berliner Psychologischen Institut [1906 yu] arbeitete. … Man verwendet solche Farbkreisel zu allen möglichen psychologischen, physiologischen und physikalischen Zwecken; es sind Apparate, welche man statt der teuren und umständlichen Spektralapparate benützt, wo es nicht auf feinste Genauigkeit ankommt. Ihr Prinzip ist aus der Schule bekannt. Man schiebt zwei farbige Blätter, von denen eines radial aufgeschlitzt ist, so ineinander, daß die Farbflächen in dem gewünschten Größenverhältnis zueinander stehen; dann setzt man den Kreisel in Rotation, und sobald die Umdrehungsgeschwindigkeit groß genug ist, entsteht für das Auge die angestrebte Mischfarbe. … das Wesen des abgebildeten Apparates besteht eben darin, daß man … die Änderung während der Rotation durchführen kann und in der Lage ist, in beständigem Fluß jede Farbe vorzuführen, die sich aus zwei gegebenen Farben überhaupt herstellen läßt.“
(robert musil, gesammelte werke. prosa und stücke. kleine prosa, aphorismen. autobiographisches. essays und reden. kritik. bd. II, reinbek 1978, s. 944)

Hinterlasse einen Kommentar