23. august 1904, hochsommer. harry d. weed erhält das us-patent 0.768.495 für seine „grip-tread for pneumatic tires“- die schneeketten
damals konnte die meisten landbewohner ihre autos im winter überhaupt nicht benutzen. sie waren ungeeignet für matschige oder verschneite straßen und schnee-räum-fahrzeuge gab es noch nicht. harry weed, ein maschinenbauer aus canastota, hatte aber beobachtet, dass sich manche leute mit hanfseilen behalfen, die sie um die reifen wickelten, um einen besseren halt zu bekommen. er überlegte, dass es doch etwas geben müsse, was langlebiger und an- und wieder abbaubar war und das bei schlamm wie schnee funktionieren würde. die konstruktion, die er schließlich beim patentant einreichte, war eine reifenkette aus metall, die man um den teilweise entleerten reifen wickeln und dann mit haken an beiden enden verbinden musste, bevor man den reifen wieder voll aufpumpen konnte, das ding fest saß – und „ab die lutzie“!
noch im selben jahr, in dem er das patent für die weltweit erste schneekette bekommen hatte, gründete weed sein eigenes unternehmen, das verständlicherweise schnell florierte. um sein produkt noch besser zu bewerben und die wirksamkeit zu demonstrieren, forderte weed 1908 den legendären entfesselungskünstler harry houdini heraus, sich in diese ketten fesseln zu lassen und zu versuchen, sich wieder von ihnen zu befreien. houduni nahm die herausforderung an und hatte bei seiner show im hammerstein’s victoria theatre in new york city tatsächlich große mühe, weeds ketten zu entkommen.
1912 verkaufte weed sein patent und das unternehmen an die american chain and cable company in detroit. auch wenn seine erfindung in den folgenden hundert jahren vielfach weiterentwickelt und verbessert wurde, denkt an harry aus canasatota, wenn wir ihr mal wieder bei sch….wetter dank schneeketten sicherer unterwegs seid.

