Freuds Bestien


wer (wie ich) mal wieder frustriert über eine sch… arbeit ist, tröste sich mit sigmund freud. der musste als student auf der vergeblichen suche nach deren hoden aberhunderte glitschige aale sezieren und nannte sie meist nur „las bestias“. 1874, an seinen freund eduard silberstein: „du kennst den aal. lange zeit hindurch war von dieser bestie nur das weibchen bekannt, schon aristoteles wußte nicht, woher die männchen nehmen, und ließ sie deshalb aus dem schlamm entstehen. durchs ganze mittelalter und die neuzeit hindurch wurde eine förmlich hetzjagd auf die aalmännchen angestellt. in der zoologie, wo es keine geburtsscheine gibt und das vieh – nach paneth‹s ideal – handelt, ohne was gelernt zu haben, weiß man nicht, was männchen oder weibchen ist, wenn die tiere nicht äußerliche geschlechtsunterschiede haben. daß gewisse merkmale geschlechtsunterschiede sind, muß auch erst nachgewiesen werden, und das kann nur der anatom (da aale keine tagebücher schreiben, aus deren orthographie man schlüsse auf das geschlecht ziehen kann), er seziert sie und findet entweder hoden oder eierstöcke. […] vor kurzem hat ein triester zoologe, wie er sagt, die hoden, somit die männchen des aals aufgefunden, aber weil er, wie es scheint, nicht weiß, was ein mikroskop ist, keine genaue beschreibung davon gegeben. ich plage nun mich und die aale, seine aalmännchen wiederzufinden, aber vergebens, alle aale, die ich aufschneide, sind vom zarteren geschlecht […].

Hinterlasse einen Kommentar