auslöser für diese karikatur im sowjetischen satiremagazin „krokodil“, das sich als sprachrohr der staatsideologen auch sonst gern in bester „stürmer“-manier über juden hermachte, war ein „prawda“-artikel vom 13. januar 1953. unter der schlagzeile „gemeine spione und mörder unter der maske von medizinprofessoren“ („подлые шпионы и убийцы под маской профессоров-врачей“) denunzierte er führende ärzte, sie seien vom amerikanischen geheimdient gekauft und hätten im dienste anglo-amerikanischer „sklavenhalter-kannibalen“ und einer „zionistischen spionageorganisation“ sowjetische politiker vergiftet. dutzende werden verhaftet und angeklagt, in den folgenden tagen und wochen auch namen genannt: miron wowsi (kardiologe, leibarzt stalins und ein bruder des schauspielers solomon michoels, der schon 1948 umgebracht worden war), boris und michail kogan (therapeuten), a. feldman (hno), jakow etinger (kardiologe), alexander grinstein (neuropathologe), boris schimeljowitsch (der direktor des botkin-krankenhauses), i. jegorow und wladimir winogradow – bis auf zwei alles juden.
die antisemitische kampagne gegen „kosmopoliten“ hatte seit 1948 schon zahlreiche opfer unter den jüdischen intellektuellen gefordert und war mit ihrer antizionistischen zielsetzung inzwischen auch in den „bruderstaaten“, siehe slansky- oder rajk-prozess, angekommen.
der prozess gegen die jüdischen ärzte indes hat nie stattgefunden. die angeklagten legten trotz verhören und folter keine geständnisse ab und am 1. märz 1953 erlitt stalin einen schlaganfall, vier tage später starb er. am 4. april teilte wieder die „prawda« mit, die ärzte seien freigelassen worden, und kurz darauf, dass die sog. „ärzteverschwörung“ von stalin und seinen gefolgsleuten von vorn bis hinten frei erfunden worden war – einer der schachzüge im machtkampf zwischen stalin und diversen akteuren der nomenklatura, der sich die ohnehin gegen juden geschürte stimmung zu nutze gemacht hatte.

