marc [moische] chagall *7.7.1887, über paris: paris! für mich gäbe es kein schöneres wort.damals hatte ich erkannt, dass ich nach paris gehen musste. die erde, die die wurzeln meiner kunst genährt hatte, war witebsk; aber meine kunst brauchte paris so nötig wie ein baum das wasser. ich hatte keinen anderen grund, meine heimat zu verlassen, … Parisliebe weiterlesen
Autor: Yu
Ketzer und Nationalheiliger
Jan Hus: „Das aber erfüllt mich mit Freude, dass sie meine Bücher doch haben lesen müssen, worin ihre Bosheit geoffenbart wird. Ich weiß auch, dass sie meine Schriften fleißiger gelesen haben als die Heilige Schrift, weil sie in ihnen Irrlehren zu finden wünschten.“Am 6. Juli 1415 wurde der Prager Theologieprofessor, Reformator und spätere tschechische Nationalheilige … Ketzer und Nationalheiliger weiterlesen
Pogrom von Kielce
Am 4. Juli 1946, über ein Jahr nach der deutschen Kapitulation und dem angenommenen Ende der Judenverfolgung, massakriert ein Mob im polnischen Kielce über 40 Juden und verletzt 80 weitere zum Teil lebensgefährlich.Auslöser war ein Gerücht. Am 1. Juli war ein 8-jähriger verschwunden und von seinem Vater als vermisst gemeldet worden. Zwei Tage später tauchte … Pogrom von Kielce weiterlesen
Der letzte Bohemien
In memoriam JOHN HÖXTER (2.1.1884 – 15.11.1938) Dass über John Höxter, den »dunkelsten aller Morphinisten«, den »Dante« und »Ahasver«, der im »Romanischen Café« als »Pumpgenie« von Tisch zu Tisch wanderte wie der Ewige Jude von Land zu Land und dessen Freunde heute zur ersten Garde des literarischen Expressionismus zählen, so viele Anekdoten und Gerüchte und so wenig »harte Fakten« zu finden … Der letzte Bohemien weiterlesen
Kongo, 29. Juni 1960
29. juni 1960: ein kongolese klaut dem belgischen königs baudouin den degen aus der fahrenden limousine. der zufallstreffer des fotografen robert lebeck geht um die welt und wird zum sinnbild der entkolonisierung und zeitenwende in afrika. 1960 war das jahr, in dem die europäischen mächte ihre letzten kolonien in die unabhängigkeit entließen. lebeck war als … Kongo, 29. Juni 1960 weiterlesen
Mengele und die sieben Zwerge
1868 wird in dem kleinen rumänischen Dorf Rozavlea ein "Zwerg" geboren. Seine Eltern, Frieda und Leib Ovitz, versuchen das Schicksal zu beeinflussen und nennen ihren Sohn – nach dem biblischen Riesen Samson – Schimschon Eizik. Der jedoch bleibt klein.Schimschon, Sohn orthodoxer Juden, sucht Trost in der Religion, sagt doch schon die Halacha, man solle beim … Mengele und die sieben Zwerge weiterlesen
Bierbaum-Selbstbetrachtung
Otto Julius Bierbaum (28.6.1865 – 1.2.1910) „Otto Julius Bierbaum erblickte das Licht dieser Welt am 28. Juni 1865 zu Grünberg in Niederschlesien als der Sohn eines eingebornen Konditors und einer sächsischen Bergmannstochter. In der väterlichen Familie waren zwei Berufszweige erblich: Ein süßer: die Zuckerbäckerei, und ein saurer: die protestantische Theologie. Otto Julius hatte aber wohl einen … Bierbaum-Selbstbetrachtung weiterlesen
Wasser, Wellen, Widerstand
Wie ein Berliner Ruder-Club den Nazis trotzte – zum 130. Geburtstag von »Welle-Poseidon« Im Mai 1934 wirbt Gerhart Ems (der später nach Montevideo auswandern wird, während sein Bruder Richard den Nazis zum Opfer fällt) im Berliner Jüdischen Gemeindeblatt mit schwärmerischen Worten für das Rudern und seinen Verein:»… Wer im Ruderleben zu Hause ist, wird wissen, … Wasser, Wellen, Widerstand weiterlesen
Pasternaks Muse
Olga Iwinskaja *16.Juni 1912 – Boris Pasternaks Muse, Geliebte, Freundin und Vorbild der Lara in „Dr. Schiwago“ saß für die Liebe zu ihm Jahre im Gulag … Sie begegneten sich im Oktober 1946 zum ersten Mal, in der Redaktion des Literaturmagazins „Novy Mir“, ihrer Arbeitsstelle. Sie war Lektorin, 34 und Pasternak 22 Jahre älter, er … Pasternaks Muse weiterlesen
An die Nachgeborenen
15. Juni 1939. In der Pariser Exilzeitschrift „Die neue Weltbühne“ erscheint Bertolt Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ 1.Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte StirnDeutet auf Unempfindlichkeit hin. Der LachendeHat die furchtbare NachrichtNur noch nicht empfangen.Was sind das für Zeiten, wo Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen istWeil es … An die Nachgeborenen weiterlesen










