Schachtürke

Geboren“ wurde er 1769 im Haus des österreichischen Staatsbeamten Wolfgang von Kempelen in Pressburg (Bratislava).Kempelen, ein begeisterter Bastler, hatte schon eine Sprechmaschine konstruiert und wollte seiner Dienstherrin Maria Theresia nun vorführen, dass er noch mehr drauf hatte. Anfang 1770 stellte er ihr einen lebensgroßen künstlichen Menschen in türkischem Outfit vor, der an einem Podest mit … Schachtürke weiterlesen

„Unsern täglich Seehund gib uns heute“

#seehund am 3. juli 1721 traf der norwegische pfarrer hans egede auf grönland ein. er hoffte, vom glauben abgefallene wikinger-nachfahren vorzufinden (erik der rote hatte hier 750 jahre vorher eine siedlung gegründet), die er missionieren konnte. leider waren eriks ururenkel irgendwie verschwunden, aber dafür liefen reichlich einheimische inuit auf dem „grünen land" herum. und pfarrer … „Unsern täglich Seehund gib uns heute“ weiterlesen

Sonate für Marillenknödel & Spinat

Ein Blick in Gustav Mahlers Speisekammer. 1880 erklärt Richard Wagner in seinem Aufsatz »Religion und Kunst« in den Bayreuther Blättern den Vegetarismus zum Muss für Intellektuelle, schielt dabei auf Schopenhauer zurück (und vergisst, wenig überraschend, auch nicht, den »ungerechten Judengott« zu erwähnen, der das »Fleischopfer« Abels mehr geschätzt habe als das »Fruchtopfer« Kains).  Die Schrift … Sonate für Marillenknödel & Spinat weiterlesen

Mein Heimweh hieß Savignyplatz

Mascha KalékoSozusagen grundlos vergnügt Ich freu mich, daß am Himmel Wolken ziehenUnd daß es regnet, hagelt, friert und schneit.Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit,Wenn Heckenrosen und Holunder blühen.– Daß Amseln flöten und daß Immen summen,Daß Mücken stechen und daß Brummer brummen.Daß rote Luftballons ins Blaue steigen.Daß Spatzen schwatzen. Und daß Fische schweigen. Ich freu … Mein Heimweh hieß Savignyplatz weiterlesen

Wirrwarr um Spiegelberg

„Die Komplexität des Charakters, den er geschaffen hatte, seine verworrenen und verzerrten Ideen und die andersartige Mentalität verblüfften selbst den Dichter in einem solchen Maße, dass er sich gezwungen fühlte, ihn etwas vorzeitig in sein eigenes Fegefeuer zu befördern“, schreibt Veit (S.290) über die Figur des Moritz Spiegelberg in Schillers erstem Drama Die Räuber. Wer … Wirrwarr um Spiegelberg weiterlesen

Verbannt aus Leben und Erinnerungu: Lotte Rayß

Friedrich Wolf kennen die meisten – als Dramatikerin und als Vater des Regisseurs Konrad xxWolf und des DDR-Auslandspionagechefs Markus Wolf. Doch der schreibende Arzt hatte noch fünf weitere Kinder mit vier anderen Frauen. Eines davon war Lotte Rayß, eine Frau, die in der DDR-Heldenbiografie des Autors von „Cyankali“ und „Professor Mamlock“ nicht vorkommt. Heute ist … Verbannt aus Leben und Erinnerungu: Lotte Rayß weiterlesen

Der erste Hawaiianer in Preußen

Harry Maitey *23.4.1807 „hier ruht in gott der sandwichinsulaner maitey 1872“ steht auf dem steinkreuz auf dem friedhof nikolskoe in wannsee, auf dem früher alle bewohner der pfaueninsel bestattet wurden. im september 1824 war das hanseatische handelsschiff „mentor“ nach einer zweijährigen weltumrundung im auftrag der königlich preußischen seehandlungsgesellschaft wieder in stettin angekommen - mit an … Der erste Hawaiianer in Preußen weiterlesen

Marm Mandelbaum – Übermutter der Unterwelt

Gegen sie ist Frau Peachum aus der Dreigroschenoper ein kleines Licht: Friederika Mandelbaum aus Kassel war die unangefochtene Gaunerkönigin New Yorks und der Kopf der erfolgreichsten Verbrechersyndikats ihrer Zeit.  New York City war in den 1860er-Jahren eine der korruptesten Metropolen der Welt und hatte bei einer Gesamtbevölkerung von 800.000 mehrheitlich elendig armen Einwohnern 30.000 Diebe, … Marm Mandelbaum – Übermutter der Unterwelt weiterlesen