Die Aktion T4 ist benannt nach der Tiergartenstraße 4 und der streng geheimen Organisationszentrale für systematischen Krankenmord, die sich hier befand. In den Jahren 1940/41 fielen dieser „Patienten-Euthanasie“ über 70000 behinderte und „sozial oder ras- sisch unerwünschte“ Menschen zum Opfer.Vorausgegangen war 1939 ein Geheimerlass Hitlers zur „Gewährung des Gnadentodes“ bei „unheilbar Kranken“, der bis 1945 die einzige „Rechtsgrundlage“ blieb, auf deren Basis der NS-Staat „Euthanasie“ praktizierte. Vor dem Ausbau der Zentrale in Berlin und der Gründung von weiteren Tarnorganisationen (u.a. die Gemeinnützige Krankentransport GmbH) waren bei der sogenannten „Kindereuthanasie“ 1939 bereits mindestens 5000 Kinder und Säuglinge ermordet worden.Bei der „Erwachseneneuthanasie“ nun wurde mit einem eigenen Meldebogenverfahren die Arbeitsfähigkeit aller Anstaltsinsassen … Rotes „+“ für Töten weiterlesen
Kategorie: Diktaturen
Jazzklub und Mauthausen
Die Odyssee des jüdischen „Zigeuner“-Musikers Oskar Siebert (20. Juni 1923 – 28. Mai 2009) Der im Bayrischen Wald geborene und im Berliner Wedding aufgewachsene hübsche junge Musikstudent wird bei der Kriminalpolizei als „Zigeunermischling plus“ registriert, nachdem er im April 1941 mit seinem jüngeren Bruder Egon, Vater Erwin Siebert, einem Geigenbauer und deutschen „Zigeuner“ und Mutter Alexandra Gutkina, einer russischen Jüdin (die er 1918 als deutscher Kriegsgefangener in Moskau kennen gelernt hatte), verhaftet und zur Rassehygienischen Forschungsstelle in Dahlem gebracht wurde.Da ist Oskar Siebert 17 Jahre alt und spielt nachts Geige oder Gitarre in Bars und Klubs, seit die Rassegesetze … Jazzklub und Mauthausen weiterlesen
275 Stunden mit Adolf Eichmann
Avner Werner Less, 1916–1987 Bettina Stangneth wurde auf ihn aufmerksam, weil zwischen den 3 564 (!) Seiten Abschrift des Verhörs, das Avner Werner Less zwischen Mai 1960 und Januar 1961 mit Adolf Eichmann geführt hatte, ein Notizzettel steckte, der sie neugierig machte. »Lüge!!! alles Lüge!!!« stand darauf, weiter nichts. Wer war der Mensch hinter dem israelischen … 275 Stunden mit Adolf Eichmann weiterlesen
Stasi-Himmel
Die Odyssee eines jüdischen Kinderarztes durch die Gefängnisse der DDR 1968. Anatol Rosenbaum, der damals noch Held heißt, wird in Ost-Berlin verhaftet. Das Verbrechen des 29-jährigenKinderarztes besteht darin – schreibt er in seinen Erinnerungen – „zusammen mit meiner Familie das unfreie Land des roten Sozialismus verlassen zu wollen“. Verurteilt wird er letztlich als „zionistischer Agent“, derein Land verraten haben soll, „in dem sogar Juden Generäle werden können“, wie er einen seiner Vernehmer zitiert.Und … Stasi-Himmel weiterlesen
Kallmann & Coleman
Wie sich ein Geschwisterpaar nach 60 Jahren dank Internet wiederfand »Hören Sie, ich habe meine Schwester wiedergefunden. Wir sehen uns zum ersten Mal wieder, nach 60 Jahren! Ist das nichts für die Zeitung?«… Das Telefonat fand Ende Dezember statt. Bereits einen Monat später sitzen die »wiedervereinigten« Geschwister, die seit Jahrzehnten schlappe 6500 Kilometer voneinander entfernt … Kallmann & Coleman weiterlesen
Jizchak Schwersenz sel.A.
Eine Erinnerung an Heinz Joachim Schwersenz (1925–2005)Der Mann schafft es noch immer, einen ganzen Saal zwei Stunden lang in atemloser Spannung zu halten, aus dem Stegreif. Ein Lehrer wie aus dem Bilderbuch. Und Lehrer wollte er immer werden, „schon als Kind“ – sagt Jizchak Schwersenz. Er sitzt auf dem Podium im Ruder-Club „Welle Poseidon“ am Wannsee und erzählt sein Leben – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: 90 Jahre in 90 Minuten, eine Minute für jedes Jahr dieses schrecklichen 20. Jahrhunderts, seines Jahrhunderts. Der Ort ist kein Zufall. „Welle Poseidon“, 1894 gegründet, war einmal ein mehrheitlich jüdischer Ruderclub. Anstatt, wie geplant, 1936 an der Olympiade teilzunehmen, wurde der Verein erst aus allen Verbänden ausgeschlossen und dann zwangsaufgelöst. In den … Jizchak Schwersenz sel.A. weiterlesen
Paul Abraham: Operettenkönig
Die Familie des kleinen »Pali« (wie er sein Leben lang von Freunden genannt wurde) gehörte seit langer Zeit zur jüdischen Minderheit der Kleinsstadt Apatin in Österreichisch-Ungarn, als Paul Abraham am 2. November 1892 geboren wurde. Hier sprach man deutsch und ungarisch und sehr wahrscheinlich hat seine klavierspielende Mutter Flora ihren Sohn in die Welt der … Paul Abraham: Operettenkönig weiterlesen
Deutsch, jüdisch, moslemisch, schwul
hugo (hamid) marcus (1880–1966) war - als deutscher jude geboren und schwul - eine schillernde figur und der einflussreichste muslim der zwischenkriegszeit in deutschland der sohn eines posener holzgroßhändlers ging 1903 nach berlin, um im sinne seines vaters wirtschaftswesen zu studieren, wechselte aber schnell zur philosophie, gewann georg simmel als mentor für sich, promovierte und … Deutsch, jüdisch, moslemisch, schwul weiterlesen
„Nicht gedacht soll seiner werden!“
„yimach shemo! да не бъде споменаван! möge sein name ausgelöscht sein! the one whose name must not be mentioned“. יִמַּח שְׁמוֹ Heinrich Heine:„Nicht gedacht soll seiner werden!“Aus dem Mund der armen altenEsther Wolf hört ich die Worte,Die ich treu im Sinn behalten.Ausgelöscht sein aus der MenschenAngedenken hier auf Erden,Ist die Blume der Verwünschung Nicht gedacht soll … „Nicht gedacht soll seiner werden!“ weiterlesen
NKWD-Befehl Nr. 00447
terror als politisches kampfinstrument hat tradition in der sowjetischen und - wie wir heute wissen – postsowjetischen geschichte (von bürgerkrieg über holodomor und moskauer schauprozesse bis zu „z“)… am 30. juni 1937 unterzeichnet geheimdienst-chef nikolai jeschow auf stalins anordnung und mit billigung des politbüros den nkwd-befehl nr. 00447. auf dessen grundlage und weiterer fünf nkwd-befehle … NKWD-Befehl Nr. 00447 weiterlesen








