Benjamins Klasse

"schwerer ist es, das gedächtnis der namenlosen zu ehren als das der berühmten. dem gedächtnis der namenlosen ist die historische konstruktion geweiht“ - schreibt walter benjamin. ein buchtipp: momme brodersens "klassenbild mit walter benjamin", an dessen entstehung ich mich mit recherchen beteiligen durfte. momme ging von dem angehängten foto aus, benjamins abiturklasse 1912 an der … Benjamins Klasse weiterlesen

Zwölf Arten ein(e) Harlan zu sein

Es ist weder Goebbels‘ Lieblingsregisseur selbst noch seine dritte Ehefrau, die »Reichswasserleiche« Kristina Söderbaum, die Felix Moellers Film »Im Schatten von Jud Süss« (2008) bemerkenswert macht. Es ist die zerrissene Familie, die Veit Harlan hinterlassen hat und wie sie mit dem giftigen Erbe lebt(e). Zur Erinnerung: Veit Harlan (1899–1964) ist der Regisseur, der sich schon 1933 … Zwölf Arten ein(e) Harlan zu sein weiterlesen

Adolfs Clown

charlie rivel *23. april 1896 der spanier josep andreu i lasserre in cubelles war als artist und clown „charlie rivel“ nicht nur einer der großen seines fachs und seit den 1920er-jahren beklatschter dauergast in deutschen landen, er war auch ein glühender verehrer adolf hitlers. zumindest tat er so…noch 1943, nach stalingrad, als der reichskanzler, anders als … Adolfs Clown weiterlesen

„Anleitung zum Verbrechen“

am 21. april 1933 wird „das testament des dr. mabuse“ in budapest uraufgeführt; die ns-prüfstelle hatte fritz langs in berlin und umgebung gedrehten krimi unmittelbar nach seiner fertigstellung wegen „gefährdung der öffentlichen ordnung und sicherheit“ (d.h. den deutlichen politischen anspielungen darin) auf anweisung des herrn propagandaminister verboten; tagebuch goebbels: „sehr aufregend. aber kann nicht freigegeben … „Anleitung zum Verbrechen“ weiterlesen

„Epy“ Epstein

israel epstein 伊斯雷爾·愛潑斯坦 *20. april 1915 - ein kaum bekannter jüdischer journalist, bei dessen beerdigung fast die gesamte chinesische führungsriege anwesend war.israel epstein, spitzname „epy", in china unter dem namen „ai pei“ bekannt, wurde in warschau geboren. seine eltern stammten aus wilna, waren bundisten und überzeugte sozialisten, der vater hatte in zaristischen gefängnissen, die mutter in der … „Epy“ Epstein weiterlesen

Aufstehen soll das Volk Israel

19. april 1943. der aufstand im warschauer ghetto beginnt. er wird zum symbol jüdischen widerstands.„(...) es fließen blutgefüllte flüsse. schreckliche seufzer gehen ihnen voran. ein lichtschein erhellt alles. die schreie hallen bis zum himmelszelt. – wo ist dein königreich, oh gott? wo ist deine herrschaft über die welt? (…) die rufe verhallen. niemand hört – … Aufstehen soll das Volk Israel weiterlesen

„Nichts Juden. Juden kaputt.“ 

am 24.april 1945 wurde das jüdische krankenhaus in berlin von sowjetischen soldaten eingenommen. sie wollten zunächst nicht glauben, dass die menschen, die sie hier im keller vorfanden, juden waren: „nichts juden. juden kaputt.“ doch tatsächlich haben etwa 800 in dem von der gestapo weitgehend geplünderten gebäude überlebt. zuletzt hatte es verwundete soldaten, schutzhäftlinge, aber eben auch … „Nichts Juden. Juden kaputt.“  weiterlesen

Katyń!

13. april 1943. goebbels lässt in gespielter entrüstung die nachricht über den fund von massengräbern bei katyń über den rundfunk verbreiten. kurz nach einmarsch von wehrmacht und sowjetarmee in polen hatten die deutschen den sowjets die reste der polnischen armee zur weiterbehandlung überlassen. die kommen erst in lager, dann schlägt berija stalin vor (foto), sie zu … Katyń! weiterlesen