22. Mai 1939. Ernst Toller erhängt sich in seinem New Yorker Hotelzimmer, in dem er, der jüdische Autor („Masse Mensch“, „Hoppla, wir leben“) und Antifaschist nach der Flucht aus Nazi-Deutschland und geplagt von Depressionen seit einem Jahr lebt. Der „Völkische Beobachter“ höhnt „im Mayflower-Hotel baumelt ein Mann“, W.H. Auden schreibt ein Epitaph:In memory of Ernst … In memory of Ernst Toller weiterlesen
Kategorie: Diktaturen
Eisner, erster jüdischer Ministerpräsident
kurt eisner *14. mai 1867. bayerns erster ministerpräsident, ermordet am 21. februar 1919 Demokratie heißt nicht die Anerkennung des Unverstandes der Massen, sondern Demokratie heißt der Glaube an die Möglichkeit der Vernunft der Massen. (eisner im provisorischen nationalrat am 17.12.1918) In dieser Zeit des sinnlos wilden Mordens verabscheuen wir alles Blutvergießen. Jedes Menschenleben soll heilig … Eisner, erster jüdischer Ministerpräsident weiterlesen
Chinesenaktion
die schmuckstraße in st. pauli war das zentrum der kleinen chinesischen kolonie in hamburg – bis am 13. mai 1944 die gestapo kam… seit ende des 19. jahrhunderts beschäftigten reedereien wie die hapag und der norddeutsche lloyd billige asiatische arbeitskräfte als heizer und kohlenschipper. solange ihre schiffe im hafen lagen, war die schmuckstraße mit ihren … Chinesenaktion weiterlesen
Verbrennt mich!
Da seine Bücher nicht der Bücherverbrennung zum Opfer gefallen waren und von den Nazis sogar empfohlen wurden, fordert Oskar Maria Graf am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung: Verbrennt mich!Wie fast alle links gerichteten, entschieden sozialistischen Geistigen in Deutschland, habe auch ich etliche Segnungen des neuen Regimes zu spüren bekommen:Während meiner zufälligen Abwesenheit aus … Verbrennt mich! weiterlesen
Wirf deine Angst in die Luft
Rose Ausländer 11.Mai 1901 – 3. Januar 1988 Sei mir gewogen Fremdlingich liebe dichden ich nicht kenneDu bist die Stimmedie mich betörtIch hab dich gehört ruhend auf grünem Samtdu Moosatemdu Glocke des Glücks und der unsterblichen Trauer_____ Liebe VWir werden uns wiederfindenim Seedu als Wasserich als LotusblumeDu wirst mich tragen ich werde dich trinkenWir werden … Wirf deine Angst in die Luft weiterlesen
10.5.1933: „Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer!…“
Auf der (ersten) Liste der „Undeutschen“: • Asch, Nathan • Asch, Schalom • Babel, Isaac• Barbusse, Henri• Barthel, Max• Becher, Johannes R.• Beer-Hofmann, Richard• Birkenfeld, Günther• Bley, Fritz• Bobinskaja, Elena• Bogdanow, Nikolai• Braune, Rudolf• Brecht, Bertolt• Breitbach, Joseph• Brod, Max• Brück, Christa Anita• Carr, Robert• Doeblin, Alfred• Dos Passos, John• Ebermayer, Erich• Edschmid, Kasimir• Ehrenburg, … 10.5.1933: „Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer!…“ weiterlesen
Purimspiel
Kadja Molodowsky *10. Mai 1884 קדיה מולודובסקי Purimspiel Wenn niemand mich ruftMeine Mutter ruft mich nicht beim Namen - denn meine Mutter ist tot.Mein Vater ruft mich nicht beim Namen - denn mein Vater ist fern.Und Gott ruft mich auch nicht beim Namen - denn Gott spielt ein Purimspiel,er hat sich als Hund verkleidet,und jammert in … Purimspiel weiterlesen
„Deshalb hoffte ich, im Frühling zu sterben“
Frauen in der Roten Armee. _Als „vertierte Flintenweiber“ hat sie die NS-Propaganda denunziert, als „Feldmatratzen“ wurden sie von den eigenen Landsleuten verhöhnt – weibliche Angehörige der sowjetischen Armee. Bis zu einer Million Frauen haben im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee gedient. Obwohl die Rotarmistinnen ihrer Anzahl wie Tätigkeit nach historisch etwas völlig Neues waren, … „Deshalb hoffte ich, im Frühling zu sterben“ weiterlesen
„Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!“
Marianne Grunthal 31.1.1896 – 2.5.1945 „gott sei dank, dann gibt es frieden!“ – für diesen leisen seufzer musste sie am 2. mai 1945 sterben, eine stunde vor ankunft der amerikanischen truppen in schwerinmarianne grunthal war eine unpolitische frau, die tochter eines metzgers aus zehdenick, die im ersten weltkrieg in berlin pädagogik studiert und an der … „Gott sei Dank, dann gibt es Frieden!“ weiterlesen
Die falsche Gräfin
Im Frühjahr 1943 betritt Gräfin Janina Suchodolska das deutsche Hauptquartier in Lublin und fragt an, ob sie ihre im nahegelegenen Lager Majdanek inhaftierten Landsleute mit Essen versorgen dürfe. Obwohl die Bitte eine Unverschämtheit ist und der Lagerkommandant sie später anblafft: „Wissen Sie nicht, dass das ein Konzentrationslager ist?“, bekommt die adlige Dame die Erlaubnis und … Die falsche Gräfin weiterlesen









