Knit for Victory

mit dem stricken als patriotischem akt, der stricknadel als waffe gegen die „hunnen“ hatte das amerikanische rote kreuz im ersten weltkrieg unter der aufforderung „knit for sammie!” begonnen (aber natürlich strickte die deutsche heimatfront auch für ihre soldaten). ein zeitzeuge: "das klicken der nadeln im central park muss bis berlin zu hören gewesen sein“. die … Knit for Victory weiterlesen

„Bordellkerzen“

… oder „was es so alles gibt“  diese schächtelchen mit den porträts teilweise leicht bekleideter junger damen dienten französischen prostituierten als art stoppuhr. sie enthielten jeweils 22 wachskerzen, hatten an der stirnseite eine zündfläche wie eine streichholzschachtel und ein metallumrandetes loch als halterung für die kerzen, die zwischen sieben und zehn minuten brannten. waren sie … „Bordellkerzen“ weiterlesen

Eisenbarts Heilanstalt

hab den dr. seb. eisenbart mit seiner „heilanstalt zur entwöhnung von morphium, alkohol, chronischer kunstmalerei und gewohnheitsmässiger lyrik (eigene abtheilung für damen!)“ immer für einen gelungene, aber neuzeitliche satire gehalten. ist sie nicht: stand am 11.2.1899 mit anderen faschingsanzeigen in der münchner zeitschrift „jugend“

Penisbäume

penisbäume kommen in vielen mittelalterlichen legenden vor. die angst vor zauberinnen und hexen, die penisse stehlen, war europaweit verbreitet (dafür gibt’s sogar einen eigenen kulturhistorischen begriff: „penispaniken“). der deutsche dominikaner heinrich kramer schreibt 1486 in „malleus maleficarum“: „hexen ... sammeln männliche organe in großer zahl … und legen sie in ein vogelnest oder schließen sie … Penisbäume weiterlesen

Made in Germany

wusstet ihr, das „made in germany“ ursprünglich die kennzeichnung für besonders miesen ramsch war? als mit der industrialisierung auch deutsche exporte zunahmen, urteilte 1876 ein preisrichter bei der weltausstellung in philadelphia, dass waren aus deutschland billig und schlecht seien, pfusch eben. u.a. überschwemmten die deutschen den markt in england und den kolonien mit imitaten und … Made in Germany weiterlesen

Roland, der Furzer

im mittelalter gab’s bekanntlich weder fernsehen noch facebook. die leute mussten sich anderweitig unterhalten lassen, von hofnarren oder eben kunstfurzern.„roland the farter" war, wie sein name schon vermuten lässt, ein professioneller flatulist, der dafür bezahlt wurde, vor leuten zu furzen. er war am hof des englischen königs henry II. tätig und so erfolgreich, dass der … Roland, der Furzer weiterlesen

Gesichtserkennung

in der faz gelesen (11.4.2020). caspar david friedrichs berühmter „wanderer über dem nebelmeer“, über dessen identität sich kunsthistoriker schon ewig streiten, soll franz christian boll, einen mit cdf befreundeten pastor aus neubrandenburg darstellen. das und die identität von pastor boll auf zwei weiteren gemälden („zwei männer in betrachtung des mondes“ und „kreidefelsen auf rügen“) habe … Gesichtserkennung weiterlesen

Betties Wandlung

bettie page *22. april 1923. die ikone der pin-up-, fetisch-, bondage- und burlesk-fotografie wandte sich nach ihrem rückzug aus der branche mit mitte 30 der evangelikalen erweckungsbewegung zu, besuchte ein bibelinstitut, wollte als missionarin nach angola (abgelehnt, weil geschieden) und arbeitete für den hardcore-baptistenprediger billy graham und diverse christliche vereine (also im grunde weiter für … Betties Wandlung weiterlesen

Schmetterlingsjäger

vladimir nabokov. *22.4.1899, владимир набоков… hat nicht nur zwanzig romane geschrieben, sondern auch zwanzig schmetterlingsarten entdeckt: carterocephalus canopunctatus nabokov, cyclargus nabokov, cyclargus erembis nabokov, cyllopsis pertepida avicula nabokov, cyllopsis pertepida dorothea nabokov, cyllopsis pertepida maniola nabokov, echinargus nabokov, icaricia nabokov, lysandra cormion nabokov, parachilades nabokov, paralycaeides nabokov, plebejus idas longinus nabokov, plebejus idas sublivens nabokov, plebejus … Schmetterlingsjäger weiterlesen

Shakespeare-Tratsch

william shakespeare  wird an seinem tauftag - 26. april - gefeiert, weil man seinen geburtstag nicht urkundlich belegen kann. auch das meiste, was man sonst über ihn weiß, ist nicht sonderlich gesichert. manche trivia sind aber ganz hübsch: ● für seinen namen gibt es mehr als 80 schreibweisen von „shappere" bis „shaxberd“. in den wenigen … Shakespeare-Tratsch weiterlesen