15. Juni 1939. In der Pariser Exilzeitschrift „Die neue Weltbühne“ erscheint Bertolt Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ 1.Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte StirnDeutet auf Unempfindlichkeit hin. Der LachendeHat die furchtbare NachrichtNur noch nicht empfangen.Was sind das für Zeiten, wo Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen istWeil es … An die Nachgeborenen weiterlesen
Kategorie: Literaten & Philosophen
Eine vergessene: Grace Aguilar
grace aguilar *2. juni 1816. auch wenn sie nur 31 jahre alt wurde und uns ihr name heute kaum noch etwas sagt, war grace aguilar zur ihrer zeit eine gefeierte schriftstellerin und dichterin, deren werke im gesamten britischen empire, in europa und in den usa verbreitet und ins französische, deutsche und hebräische übersetzt wurden. sie … Eine vergessene: Grace Aguilar weiterlesen
Dichter, Anarchist, Attentäter
scholem schwarzbard – dichter, anarchist, attentäter - schießt am 25. mai 1926 in der rue racine im pariser quartier latin mit den rufen „das für die pogrome - dies für die massaker - dies für die opfer“ den exil-ukrainer symon petljura nieder und übergibt seine waffe den herbeieilenden polizisten mit den worten: „ich habe einen … Dichter, Anarchist, Attentäter weiterlesen
Tabori-Zettelkasten
george (györgy) tabori 🎂 24. mai 1914 Für mich ist die Heimat, ich habe es mal so formuliert: Bett, Bühne, Bücher. 1969 bin ich nach Deutschland gekommen - fragen Sie mich nicht, wieso. Alles ist autobiografisch - auch eine Einkaufsliste. Ich habe einige Lehrer gehabt. Für mich ist Theatermachen ein Lernprozess. Den Aristoteles finde ich … Tabori-Zettelkasten weiterlesen
In memory of Ernst Toller
22. Mai 1939. Ernst Toller erhängt sich in seinem New Yorker Hotelzimmer, in dem er, der jüdische Autor („Masse Mensch“, „Hoppla, wir leben“) und Antifaschist nach der Flucht aus Nazi-Deutschland und geplagt von Depressionen seit einem Jahr lebt. Der „Völkische Beobachter“ höhnt „im Mayflower-Hotel baumelt ein Mann“, W.H. Auden schreibt ein Epitaph:In memory of Ernst … In memory of Ernst Toller weiterlesen
Verbrennt mich!
Da seine Bücher nicht der Bücherverbrennung zum Opfer gefallen waren und von den Nazis sogar empfohlen wurden, fordert Oskar Maria Graf am 12. Mai 1933 in der Wiener Arbeiter-Zeitung: Verbrennt mich!Wie fast alle links gerichteten, entschieden sozialistischen Geistigen in Deutschland, habe auch ich etliche Segnungen des neuen Regimes zu spüren bekommen:Während meiner zufälligen Abwesenheit aus … Verbrennt mich! weiterlesen
Wirf deine Angst in die Luft
Rose Ausländer 11.Mai 1901 – 3. Januar 1988 Sei mir gewogen Fremdlingich liebe dichden ich nicht kenneDu bist die Stimmedie mich betörtIch hab dich gehört ruhend auf grünem Samtdu Moosatemdu Glocke des Glücks und der unsterblichen Trauer_____ Liebe VWir werden uns wiederfindenim Seedu als Wasserich als LotusblumeDu wirst mich tragen ich werde dich trinkenWir werden … Wirf deine Angst in die Luft weiterlesen
10.5.1933: „Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer!…“
Auf der (ersten) Liste der „Undeutschen“: • Asch, Nathan • Asch, Schalom • Babel, Isaac• Barbusse, Henri• Barthel, Max• Becher, Johannes R.• Beer-Hofmann, Richard• Birkenfeld, Günther• Bley, Fritz• Bobinskaja, Elena• Bogdanow, Nikolai• Braune, Rudolf• Brecht, Bertolt• Breitbach, Joseph• Brod, Max• Brück, Christa Anita• Carr, Robert• Doeblin, Alfred• Dos Passos, John• Ebermayer, Erich• Edschmid, Kasimir• Ehrenburg, … 10.5.1933: „Ich übergebe alles Undeutsche dem Feuer!…“ weiterlesen
Purimspiel
Kadja Molodowsky *10. Mai 1884 קדיה מולודובסקי Purimspiel Wenn niemand mich ruftMeine Mutter ruft mich nicht beim Namen - denn meine Mutter ist tot.Mein Vater ruft mich nicht beim Namen - denn mein Vater ist fern.Und Gott ruft mich auch nicht beim Namen - denn Gott spielt ein Purimspiel,er hat sich als Hund verkleidet,und jammert in … Purimspiel weiterlesen
Baruch-Börne
Ludwig Börne (Juda Löb Baruch) *6.Mai 1786 Es ist leicht den Hass, schwer die Liebe, am schwersten Gleichgültigkeit zu verbergen. Die Deutschen haben unter allen Nationen am meisten philosophiert; das kömmt daher, sie haben am wenigsten gelebt. Manche Menschen haben bloß männliche, andere bloß weibliche Gedanken. Daher gibt es so viele Köpfe, die unfähig sind, Ideen hervorzubringen, weil man … Baruch-Börne weiterlesen









