Heini bekommt eine Familie

Es war so etwas wie ein letzter Strohhalm, als ich bei einem Fest der ehemaligen Zöglinge des Pankower Jüdischen Waisenhauses Flugblätter verteilte, auf denen stand „Wer kennt Heini?“ – einen am 30. Juli 1930 in Berlin geborenen jüdischen Jungen, der 1934 nach Lettland adoptiert und später mit seinen Adoptiveltern von den Russen nach Sibirien deportiert wurde und der seit 1972, seit er in Israel lebt, nach seiner Identität sucht, nach seinem Namen, seinen Wurzeln, seinen biologischen Eltern. Denn er hatte außer einem Geburtsdatum, der Ortsangabe … Heini bekommt eine Familie weiterlesen

Moses’ Enkelin

rebecka lejeune dirichlet 11.4.1811–1.12.1858die enkelin des aufklärers moses mendelssohn und kleine schwester von felix mendelssohn bartholdy und fanny hensel stand ihr leben lang im schatten ihrer geschwister. zu unrecht.„sie war weniger musikalisch als die ältesten geschwister, aber die schärfe ihres verstandes, ihr geist und ihr sprudelnder witz zeichneten sie vor allen aus“, schrieb sebastian hensel … Moses’ Enkelin weiterlesen

Erster Jude im Bayerischen Landtag

Der am 7. März 1814 in Büchenbach bei Erlangen geborene Jurist David Morgenstern war Zinnfolienfabrikant und der erste jüdische Abgeordnete im Bayerischen Landtag. Als er am 5. Februar 1849 den Eid als Parlamentarier seines Wahlkreises Nürnberg schwor (er war Mitglied der Fortschrittspartei), änderte man die Eidesformel dahingehend, dass ein nicht-christlicher Kandidat den Zusatz-schwur auf »sein … Erster Jude im Bayerischen Landtag weiterlesen

Wo Danone-Joghurt seinen Namen her hat

…von ihm, geburtstagskind daniel „danon“ carasso *16.12.1905seine familie, nachfahren aus spanien vertriebener juden, lebte im osmanischen thessaloniki. 1913 flohen isaac und lea carasso mit ihren kindern flore, jakov, meir und daniel nach der annexion der stadt durch die griechen nach barcelona, in die alte heimat, sozusagen. daniels vater, ein arzt, eröffnete dort eine praxis, bemerkte … Wo Danone-Joghurt seinen Namen her hat weiterlesen

Sammy, Jew by choice

sammy davis jr. *8.12.1925 – „i’m the only black puertorican one-eyed jewish entertainer in the world…«…und dazu – wenngleich dürr, klein und nicht eben ein adonis – ein begnadeter tänzer, sänger und schauspieler.sammy davis jr. – sohn des afroamerikanischen entertainers sammy davis sr., eines baptisten, und der tänzerin elvera sanchez, die nicht, wie er zeitlebens … Sammy, Jew by choice weiterlesen

Familie aus Papier

Hannacha M. Die aktuellen Berichte über Leute, die ihre Biografie als Holocaustopfer erfunden haben (Stichwort Wilkomirski-Syndrom/Kostümjuden) erinnern mich an einen Fall von der anderen Seite des Tisches. Viele Juden suchen nach ihrer Familie, ihrer Herkunft, ihren Wurzeln. Wie aber geht man damit um, wenn man erfährt, dass der als Held imaginierte Großvater, nach dem man … Familie aus Papier weiterlesen

Vergessene Sozialdemokratin

Sidonie Zippora Sender Toni Sender, *29. november 1888, heute kaum noch erinnert, war eine der bekanntesten Politikerinnen der Weimarer Republik, Gewerkschafterin und Journalistin … „Im neuen Staat, der deutschen Republik, ist die Frau wenigstens soweit aus früherer Rechtlosigkeit befreit, daß sie durch die sozialdemokratische Partei das Recht zu wählen bekam. Und wir Frauen sind die … Vergessene Sozialdemokratin weiterlesen

Anton Rubinstein

anton rubinstein * 28. november 1829  „den juden bin ich ein christ, den christen ein jude, den russen ein deutscher, den deutschen ein russe, den pianisten ein komponist, den komponisten ein pianist, den klassikern ein futurist, den futuristen ein reaktionär. fazit: weder fisch noch fleisch, nur ein erbärmliches geschöpf.“ #демон (dafür mindestens 4x von ilja … Anton Rubinstein weiterlesen