„Nichts Juden. Juden kaputt.“ 

am 24.april 1945 wurde das jüdische krankenhaus in berlin von sowjetischen soldaten eingenommen. sie wollten zunächst nicht glauben, dass die menschen, die sie hier im keller vorfanden, juden waren: „nichts juden. juden kaputt.“ doch tatsächlich haben etwa 800 in dem von der gestapo weitgehend geplünderten gebäude überlebt. zuletzt hatte es verwundete soldaten, schutzhäftlinge, aber eben auch … „Nichts Juden. Juden kaputt.“  weiterlesen

Frühlingshügel

11. april 1909: die siedlungen ahusat bahit, nahalat binjamin und geula schließen sich zu tel aviv zusammen – dem „frühlingshügel“, titel der hebräischen übersetzung von herzls „altneuland“, der wiederum einen ort dieses namens aus dem buch ezechiel (3:15) aufgreift, wo dem propheten u.a. offenbart worden sein soll, dass das zerstreute volk israel nach eretz israel … Frühlingshügel weiterlesen

Mazze-Bäckerei 1936

pessach in der mazze-bäckerei der brüder herzog, andreasstraße 32, berlin-friedrichshain, april 1936 die brüder herzog, söhne von bertha und salomon herzog, stammten ursprünglich aus schwersenz (swarzędz), in der nähe von posen, lebten seit dem ersten weltkrieg in berlin und hatten 1921 die "dampfbrot- und mazzotfabrik wilhelma - michael herzog" im andreashof gegründet. der betrieb wurde … Mazze-Bäckerei 1936 weiterlesen

Chez Maxim’s

#maxim als er am 7.april 1893 in der pariser rue royale sein bistro eröffnete, war maxime gaillard ein einfacher kellner. er hatte mit seinem laden zwar nur mäßigen erfolg und immer schulden, doch sein vorname wurde zum inbegriff für ein nobles restaurant. denn nachdem gaillard sein bistro an den geschäftsmann eugene cornuché verkauft hatte, behielt der … Chez Maxim’s weiterlesen

Frauenprotest

„An jenem Sonnabend, dem 27. Februar 1943, kam auch unser Vater, Abraham Pisarek, nicht von der Fabrik in der Frankfurter Allee, in der er als Heizer Zwangsarbeit leistete, nach Hause. Von dem Vater meiner Freundin Erika Hecht, der als Kriegsversehrter des Ersten Weltkriegs noch nicht deportiert worden war, erfuhren wir, dass die Männer aus den … Frauenprotest weiterlesen

Berliner Panzerknacker

disconto-gesellschaft kleiststraße 23, ecke wittenbergplatz. tatort des spektakulärsten banküberfalls der vorkriegszeit, ausgeführt von den sass-brüdern. franz (*1904) und erich (*1906) sass wuchsen mit zwei weiteren geschwistern bei ihren eltern (der vater schneider, die mutter wäscherin) in einer 1-zimmer-hinterhaus-wohnung in der lübecker/ecke birkenstraße in moabit auf. mitte der 20er jahre begann ihre karriere. zur tarnung betrieben … Berliner Panzerknacker weiterlesen

Stadtfernsprecheinrichtung

am 12. januar 1881 nimmt die erste deutsche fernsprechvermittlungsstelle mit acht (!) teilnehmern den betrieb auf: mit dem direktor der großen berliner pferdeeisenbahn-aktiengesellschaft, cäsar wollheim „kohlen & metalle“ und sechs banken. nachdem sein aufruf an die berliner öffentlichkeit zur beteiligung an einer „stadtfernsprecheinrichtung" ohne resonanz geblieben war und im winter 1880 trotzdem schon mit dem … Stadtfernsprecheinrichtung weiterlesen

27.März 1907, 9 Uhr

27. märz 1907, 9 uhr: das „kaufhaus des westens“, kurz „kadewe“, öffnet seine tore, samt fahrstühlen, frisiersalons, leihbibliothek, bankfiliale, postamt, fotoatelier und teesalon auf fünf etagen und 24.000 qm fläche… zehn erfolgreiche jahre später verkauft adolf jandorf seinen luxustempel an den ebenfalls jüdischen warenhausbesitzer oscar tietz, der es seinen söhne vererbt, die das kadewe modernisieren … 27.März 1907, 9 Uhr weiterlesen

Gernika…

der 26. april 1937 war ein montag. in gernika ist markttag. um 15.45 uhr beginnen kampfflugzeuge der deutschen legion condor und des italienischen corpo truppe volontarie spreng- und brandbomben über dem stadtzentrum abzuwerfen. sie werden innerhalb von dreieinhalb stunden in mehreren wellen 80% der „heiligen stadt" der basken zerstören. mehrere hundert zivilisten sterben, tausende werden … Gernika… weiterlesen