das bild ist tausendfach durch die sozialen netze gegangen. aber an den mann im kreis kann man nicht oft genug erinnern.hamburg, juni 1936. bei blohm + voss wird ein segelschulschiff vom stapel gelassen. es soll „horst wessel“ heißen. der „führer“ höchstpersönlich ist samt entourage angereist. hunderte werftangestellte werden zum jubeln heranzitiert und die presse ist … Der Verweigerer weiterlesen
Ein Nazi fährt nach Palästina
Als ich eine dieser Medaillen das erste Mal gesehen habe, dachte ich an einen makabren Scherz. Aber nein. Das NSDAP-Blatt „Der Angriff“ hat 1934 einen zwölfteiligen, bebilderten Reisebericht abgedruckt, der im Vorfeld mit Anzeigen in offiziellen Regime-Medien wie dem „Völkischen Beobachter“ und mit der abgebildeten Medaille beworben wurde, die alle Abonnenten des „Angriffs“ gratis bekamen. Diese Bronzemünzen mit … Ein Nazi fährt nach Palästina weiterlesen
Mein Saugroboter Kim
Ich wollte die freien Tage nutzen und meine Steuererklärung machen. Daraus wird wohl leider nix. Wegen meines neuen Mitbewohners. Erst wollte ich ihn Rommel nennen (weil er sich generalstabsmässig über den Wüstensand unterm Schreibtisch hergemacht hat). Dann dachte ich an Moshe Dayan (er hat auch nur ein Auge). Aber jetzt heißt er doch nur General … Mein Saugroboter Kim weiterlesen
Weihnukka-Allerlei
Bucharische Juden, Tel Aviv, 60er_Jahre Im Babylonischen Talmud, Schabbat 21b lesen wir: „Unsere Weisen lehrten: Am 25. Kislew – der entspricht in diesem Jahr dem 25. Dezember im bürgerlichen Kalender – beginnen die Tage des Chanukkafestes. Es sind ihrer acht, an denen man weder Trauerfeier abhalten noch fasten darf. Als nämlich die Griechen in den Tempel … Weihnukka-Allerlei weiterlesen
Shulamits Traum
Bat Dori, heute vor 120 Jahren als Shulamit Gutgeld in Warschau geboren, war eine Pionierin des israelischen Theaters; u.a. hat sie vor dem Hintergrund der Unruhen im Mandatsgebiet Palästina 1936 ein pazifistisches Schauspiel über die Motive und das sinnlose Sterben dreier junger Menschen - eines Arabers, eines Juden und eines Briten - geschrieben, das dort verboten wurde und bis heute aktuell ist…
Kalaschnikow, Michail
„Mit der Kalaschnikow sind mehr Menschen getötet worden als durch Artilleriefeuer, Luftbombardierungen und Raketenbeschuss“, heißt es im Schulmaterial für den russischen Patriotismus-Unterricht stolz, und dass eine „Viertelmillion Tote im Jahr" auf das Konto des automatischen Sturmgewehrs mit dem bekannten krummen Magazin gehen. In der Tat: Vietnam, Afghanistan, innerdeutsche Grenze, Jugoslawienkrieg, Boko Haram, Nahost, RAF, Charlie … Kalaschnikow, Michail weiterlesen
Selma Merbaum. Die Sehnsucht blaut
Sie war eine Ausnahmebegabung, ihre Gedichte zählen heute zur Weltliteratur: Selma Merbaum hätte als Lyrikerin - wie andere Czernowitzer, wie ihr Cousin Paul Celan, Rose Ausländer oder Itzik Manager - eine ganz Große werden können, wäre sie nicht mit 18 Jahren in einem deutschen Arbeitslager zugrunde gegangen.
Der große kleine Friedrich
Zum Geburtstag von Friedrich Hollaender, dem Großmeister der tragischen Komik und des gepfefferten Chansons
Gottliebs Geister
1878, im Jahr vor seinem frühen Tod, malt ein 22-Jähriger ein Bild, das zum am häufigsten reproduzierten jüdischen Kunstwerk weltweit werden wird. Wer war der junge Maler Maurycy Gottlieb, wer und was versteckt sich hinter den Figuren auf seinem berühmten Gemälde „Juden in der Synagoge am Jom Kippur“…
Von der Schmuse geküsst
Paul Morgan (1886 Wien – 1938 KZ Buchenwald) „Am Freitag, den 1. Oktober 1886, erblickte die Welt mein Licht“ – schreibt der Schauspieler, Kabarettist und Librettist Paul Morgan 1928 in seinem „Tagebuch eines Spaßmachers“. Der leuchtende Knabe, der als Georg Paul Morgenstern in Wien geboren wurde, ist schon als Kind ein Galgenvogel und Überflieger. Er fliegt … Von der Schmuse geküsst weiterlesen










