#pioniere gestern gelernt, dass es drei in berlin und leipzig ausgebildete buch- und schriftgestalter waren, die das grafikdesign israels geprägt haben. • franziska baruch (1901–1989) schuf holzschnitte, aquarelle, druckschriften für den schocken-verlag, zwei der ersten modernen hebräischen schrifttypen, die „stam“ und die „schocken", gebäudeinschriften u.a. für erich mendelsohn, nach der emigration nach palästina aber auch den … Israelisches Grafidesign made in Germany weiterlesen
Benjamins Klasse
"schwerer ist es, das gedächtnis der namenlosen zu ehren als das der berühmten. dem gedächtnis der namenlosen ist die historische konstruktion geweiht“ - schreibt walter benjamin. ein buchtipp: momme brodersens "klassenbild mit walter benjamin", an dessen entstehung ich mich mit recherchen beteiligen durfte. momme ging von dem angehängten foto aus, benjamins abiturklasse 1912 an der … Benjamins Klasse weiterlesen
Stühle im Wald
Es ist fast schon unheimlich, wie rasend schnell sich emotional besetzte Geschichten verbreiten, ohne hinterfragt zu werden. Die "Wahrheit" dieses zigtausendfach weltweit geteilten Foto geht so: Die Stühle sind 1939 in Polen für eine Hochzeit aufgestellt worden; als die Deutschen kamen, musste die Feier plötzlich abgebrochen werden. Die Stühle blieben die ganze Besatzungszeit hindurch dort … Stühle im Wald weiterlesen
Butler Robin
„robin" war eine art butler, gebaut 1948 vom fabrikarbeiter patrick rizzo aus detroit. er konnte nicht nur aschenbecher leeren, sondern auch kartentricks und jig tanzen.
Glinkas Straße
und warum heißt die glinkastraße glinkastraße? vermutlich, weil der komponist 1857 hier um die ecke, französische straße 8, gestorben ist und den ddr-straßen-benennern 1951 (auf das andere „väterchen“ schielend) ein „vater der russischen musik“ gut in die parteilinie gepasst hat. schließlich war michail glinka mit seiner vor russischem nationalismus triefenden oper „iwan sussanin“ (auf wunsch … Glinkas Straße weiterlesen
Lebendiger Leib
fronleichnam hat doch nichts mit erfreuten verblichenen zu tun, wie jeder weiß und ich erst jetzt. im jahre 1209 hatte die nonne juliane von lüttich nämlich eine vision. da hat sie den mond mit einem dunklen fleck drin gesehen und christus hat ihr erklärt, dass der mond das kirchenjahr sei und der fleck bedeute, dass … Lebendiger Leib weiterlesen
Totenbretter
totenbretter habe ich zum ersten mal in bayern auf den Dörfern gesehen. hab verschiedene leute gefragt, was das denn sei. die haben erzählt, dass man die verstorbenen früher zu hause auf ein sogenanntes sterbebrett oder totenbrett gelegt hat (irgendein brett, was halt vorhanden war), bis der tischler den sarg fertig hatte bzw. bis nach drei … Totenbretter weiterlesen
Tretbilder
絵踏み „efumi“, das bild-treten war in japan seit dem beginn des 17. jahrhunderts eine methode, anhänger des christentums ausfindig zu machen. leute, die verdächtigt wurden, christen zu sein, dies aber abstritten oder denen man nicht abnahm, dass sie, wie sie behaupteten, dem christlichen glauben abgeschworen hatten, mussten zum beweis vor beamten auf einem bild mit … Tretbilder weiterlesen
Blinde und andere Knöpfe
knöpfe, oder was ihr schon immer nicht wissen wolltet. das wort geht zurück auf das germanische „knuppa“ (klumpen), aus dem knopp und knopf wurde, ist aber noch relativ jung, weil vorher geknotet oder geknüpft wurde. denn vor dem knopf nutzte man namenlose knochen- oder holzstücke, die mit sehnen oder fasern verbunden wurden und ab dem … Blinde und andere Knöpfe weiterlesen
Hausmarken
diese runenartigen zeichen gibt es seit etwa dem 13. jh. auf hiddensee. die insulaner, die ja früher meist analphabeten waren, markierten damit ihr eigentum: fang-, haushalts- und landwirtschaftsgeräte (von netzen, reusen, booten oder pflügen bis hin zu besteck und wäscheklammern), ihre wiesen und ihr vieh (schafe zb. bekamen ein kleines stück leinen mit dem zeichen … Hausmarken weiterlesen


