Paul Morgan (1886 Wien – 1938 KZ Buchenwald) „Am Freitag, den 1. Oktober 1886, erblickte die Welt mein Licht“ – schreibt der Schauspieler, Kabarettist und Librettist Paul Morgan 1928 in seinem „Tagebuch eines Spaßmachers“. Der leuchtende Knabe, der als Georg Paul Morgenstern in Wien geboren wurde, ist schon als Kind ein Galgenvogel und Überflieger. Er fliegt … Von der Schmuse geküsst weiterlesen
Kategorie: Diktaturen
Tatjana Barbakoff
Tatjana Barbakoff, geboren am 15. August 1899* als Zipora Edelberg, Tochter des Fleischers Aisik Edelberg und seiner Frau Henna aus dem lettischen Aizpute, die sich als Künstlerin Tatjana Barbakoff nannte und als Celly Waldmann in Auschwitz starb, war eine der gefeiertsten Ausdruckstänzerinnen der 20er/30er-Jahre.Zipora, für die nichtjüdische Umgebung Zilla (nach der russischen Kurzform für Cecilia), … Tatjana Barbakoff weiterlesen
Die weiße Lilie von Stalingrad
heute vor 81 jahren schießt lidija litvak (21) eine deutsche messerschmitt ab und wird damit die erste weibliche pilotin, die ein feindliches flugzeug zur strecke gebracht hat.die jüdin aus moskau (die mutter anna war verkäuferin, der vater vladimir ein eisenbahner, der während des „großen terrors“ als „volksfeind“ umgebracht wurde) war mit 14 einem fliegerklub beigetreten, … Die weiße Lilie von Stalingrad weiterlesen
Heini bekommt eine Familie
Es war so etwas wie ein letzter Strohhalm, als ich bei einem Fest der ehemaligen Zöglinge des Pankower Jüdischen Waisenhauses Flugblätter verteilte, auf denen stand „Wer kennt Heini?“ – einen am 30. Juli 1930 in Berlin geborenen jüdischen Jungen, der 1934 nach Lettland adoptiert und später mit seinen Adoptiveltern von den Russen nach Sibirien deportiert wurde und der seit 1972, seit er in Israel lebt, nach seiner Identität sucht, nach seinem Namen, seinen Wurzeln, seinen biologischen Eltern. Denn er hatte außer einem Geburtsdatum, der Ortsangabe … Heini bekommt eine Familie weiterlesen
„Verfallskunst“
am 19. juli 1937 eröffnet in münchen die große ns-propagandaschau „entartete kunst“. für sie waren in windeseile in dutzenden museen und sammlungen über tausend kunstwerke beschlagnahmt worden, eine zahl, die mit der systematischen liquidierung der moderne dann noch auf mehr als 21000 objekte anstieg. der „unerbittliche krieg“ gegen die „verfallskunst“ (o-ton adolf hitler bei der … „Verfallskunst“ weiterlesen
An unsere Märtyrer
Ricarda Huch (18.7.1864 – 17.11.1947)An unsere MärtyrerSchmerzen, unsägliche, litt der griechische Heros, bevor erSterben durfte und die erlösende Flamme noch schmerzte.Meine Helden, geliebte, ihr littet schwerer als jene,Schmachvoll gemartert, verhöhnt, von keinem Freunde getröstet.Ihr, die das Leben gabt für des Volkes Freiheit und Ehre,Nicht erhob sich das Volk, euch Freiheit und Leben zu retten.Ach, wo … An unsere Märtyrer weiterlesen
Willy Rosen: Kabarettist
in omsk, in tomsk, in astrachan, da traun die fraun sich mächtig ran, und ist man auch schon 70 jahr, ihr kuss, der wirkt wie kaviar…“ – willy rosen, * 18. juli 1894, einer der witzigsten und beliebtesten deutschen komponisten und kabarettisten, wird nicht so alt wie der glückliche in seinem text, er endet mit 50 in … Willy Rosen: Kabarettist weiterlesen
Der letzte Bohemien
In memoriam JOHN HÖXTER (2.1.1884 – 15.11.1938) Dass über John Höxter, den »dunkelsten aller Morphinisten«, den »Dante« und »Ahasver«, der im »Romanischen Café« als »Pumpgenie« von Tisch zu Tisch wanderte wie der Ewige Jude von Land zu Land und dessen Freunde heute zur ersten Garde des literarischen Expressionismus zählen, so viele Anekdoten und Gerüchte und so wenig »harte Fakten« zu finden … Der letzte Bohemien weiterlesen
Mengele und die sieben Zwerge
1868 wird in dem kleinen rumänischen Dorf Rozavlea ein "Zwerg" geboren. Seine Eltern, Frieda und Leib Ovitz, versuchen das Schicksal zu beeinflussen und nennen ihren Sohn – nach dem biblischen Riesen Samson – Schimschon Eizik. Der jedoch bleibt klein.Schimschon, Sohn orthodoxer Juden, sucht Trost in der Religion, sagt doch schon die Halacha, man solle beim … Mengele und die sieben Zwerge weiterlesen
Wasser, Wellen, Widerstand
Wie ein Berliner Ruder-Club den Nazis trotzte – zum 130. Geburtstag von »Welle-Poseidon« Im Mai 1934 wirbt Gerhart Ems (der später nach Montevideo auswandern wird, während sein Bruder Richard den Nazis zum Opfer fällt) im Berliner Jüdischen Gemeindeblatt mit schwärmerischen Worten für das Rudern und seinen Verein:»… Wer im Ruderleben zu Hause ist, wird wissen, … Wasser, Wellen, Widerstand weiterlesen










