Courbet und der Ursprung der Welt

gustave courbet *10. juni 1819, rauft sich die haare. er gehört zu den malern, deren werke von ihren zeitgenossen gern mal demoliert, zerschnitten, verbrannt oder weggesperrt wurden - wegen „verstoßes gegen die religiöse moral“, genereller „anstößigkeit“ oder „skandalöser“ details. kaum vorstellbar, gäbe es nicht facebook & co, die beispielsweise seinen „ursprung der welt“ auch heute … Courbet und der Ursprung der Welt weiterlesen

Chris Lebeau

joris johannes christiaan „chris“ lebeau 🎂 26. mai 1878 amsterdam, war ein außerordentlich vielseitiger künstler, der neben porträts u.a. tapeten, briefmarken, glas, keramik, mosaike, plakate und buchumschläge gestaltet hat. der „religiöse anarchokommunist“ (selbstbezeichnung) ging eine scheinehe mit einer geflohenen deutschen jüdin ein. 1943 wurden beide verhaftet, weil sie holländischen juden geholfen hatten. nachdem lebeau alle … Chris Lebeau weiterlesen

Jodeli, jodelo …

mirzl hofer *26. mai 1877 als maria vidowitsch gilt als als einer der ersten weiblichen popstars österreichs. sie wurde im in- und ausland als „preisgekrönte jodlerin aus graz“, „erste solistin der steiermark“, „beste natur-jodlerin der gegenwart“ und „stimmphänomen von der alm“ bejubelt und hat unmengen platten verkauft.  eine besondere rarität ist ein sog. „tonbild“ von … Jodeli, jodelo … weiterlesen

Malender Wandersufi

john gustaf agelii alias ivan aguéli alias sheikh abdul-hadi *24. mai 1869, muss ein ziemlich schräg schillernder typ gewesen sein: der schwedische tierarztsohn betätigte sich in anarchistischen zirkeln, studierte in paris malerei, entging, nachdem er einen spanischen stierkämpfer angeschossen hatte, mit hilfe der französischen tierrechtsbewegung einer haftstraße, nannte als bekennender feminist seinen landsmann strindberg einen … Malender Wandersufi weiterlesen

Schadows Liebe

johann gottfried schadow *20. mai 1764, gilt als einer der bedeutendsten bildhauer und zeichner des deutschen klassizismus. auf den beiden gemälden von georg weitsch, die heute im arbeitszimmer des bundespräsidenten im schloß bellevue hängen, sehen wir schadow und seine erste frau marianne im jahr 1795 – zehn jahre nachdem ihre große (und skandalöse) liebesgeschichte begonnen … Schadows Liebe weiterlesen

Israelisches Grafidesign made in Germany

#pioniere gestern gelernt, dass es drei in berlin und leipzig ausgebildete buch- und schriftgestalter waren, die das grafikdesign israels geprägt haben.  • franziska baruch (1901–1989) schuf holzschnitte, aquarelle, druckschriften für den schocken-verlag, zwei der ersten modernen hebräischen schrifttypen, die „stam“ und die „schocken", gebäudeinschriften u.a. für erich mendelsohn, nach der emigration nach palästina aber auch den … Israelisches Grafidesign made in Germany weiterlesen

Stühle im Wald

Es ist fast schon unheimlich, wie rasend schnell sich emotional besetzte Geschichten verbreiten, ohne hinterfragt zu werden. Die "Wahrheit" dieses zigtausendfach weltweit geteilten Foto geht so: Die Stühle sind 1939 in Polen für eine Hochzeit aufgestellt worden; als die Deutschen kamen, musste die Feier plötzlich abgebrochen werden. Die Stühle blieben die ganze Besatzungszeit hindurch dort … Stühle im Wald weiterlesen

Anathema

weder alien noch alte werbung für eine „freakshow“. es handelt sich um ein dazumal in rußland bekannten mime - wassili katschalow. hier 1909 in einem recht obskuren symbolistischen stück namens „anathema“ von leonid andrejew am moskauer kunsttheater, das von zwei anderen avantgarde-ikonen, konstantin stanislawski und wladimir nemirowitsch geleitet wurde. „anathema“ ist eine art satan, der … Anathema weiterlesen

„Die Nazimova“

nazimova möcht man als jüdin ja auch nicht unbedingt heißen, hab ich mir bei dem namen gedacht. aber ohne ihren namen wär sie mir auch nicht aufgefallen. alla nazimova (1879–1945) war die bedeutendste ibsen-darstellerin ihrer zeit und ein us-stummfilmstar, in hollywood nur "die nazimowa“ genannt. den nachnamen hat sie sich von der heldin der russischen … „Die Nazimova“ weiterlesen

Le lit clos

als kind war ich höhlen- und hochbettfan, daher gerade schwer begeistert. das „(double) lit clos“ oder boxbed gab es bis ins 20. jh. hinein vor allem in ländlichen gegenden schottlands, österreichs, der niederlande, skandinaviens und in der bretagne, wo die postkarten herstammen. es stand vorzugsweise an der rückseite eines schornsteins, war wie ein normaler schrank … Le lit clos weiterlesen