ich habe immer angenommen, in europa hätten sich ganz früher nur matrosen und knackis tätowieren lassen. bis mir dieser kupferstich von 1669 vor die augen kam: tattoos eines jerusalempilgers aus hamburg. die christliche tätowierungspraxis war wahrscheinlich nicht wirklich weitverbreitet, aber wurde schon in der frühen christlichen neuzeit praktiziert (während in rom, in byzanz und im … Tätowierte Pilger weiterlesen
Kategorie: Wunderkammer
Lebendiger Leib
fronleichnam hat doch nichts mit erfreuten verblichenen zu tun, wie jeder weiß und ich erst jetzt. im jahre 1209 hatte die nonne juliane von lüttich nämlich eine vision. da hat sie den mond mit einem dunklen fleck drin gesehen und christus hat ihr erklärt, dass der mond das kirchenjahr sei und der fleck bedeute, dass … Lebendiger Leib weiterlesen
Tretbilder
絵踏み „efumi“, das bild-treten war in japan seit dem beginn des 17. jahrhunderts eine methode, anhänger des christentums ausfindig zu machen. leute, die verdächtigt wurden, christen zu sein, dies aber abstritten oder denen man nicht abnahm, dass sie, wie sie behaupteten, dem christlichen glauben abgeschworen hatten, mussten zum beweis vor beamten auf einem bild mit … Tretbilder weiterlesen
Hausmarken
diese runenartigen zeichen gibt es seit etwa dem 13. jh. auf hiddensee. die insulaner, die ja früher meist analphabeten waren, markierten damit ihr eigentum: fang-, haushalts- und landwirtschaftsgeräte (von netzen, reusen, booten oder pflügen bis hin zu besteck und wäscheklammern), ihre wiesen und ihr vieh (schafe zb. bekamen ein kleines stück leinen mit dem zeichen … Hausmarken weiterlesen
„Master“ Edward
aha, eltern, die unbedingt witzig sein wollen, gab‘s früher schon – dachte ich erst. war aber dann doch anders: kein kleiner junge, den man als qualmendes mädchen verkleidet hat (kleider trugen damals eh alle kleinkinder), sondern ein teenager, der ein kleinkind spielt. „master" edward garratt war kleinwüchsig und 14 jahre alt, als diese reklamefotos entstanden. … „Master“ Edward weiterlesen
Der „Zwerg“ Seneb…
der „zwerg" seneb und seine frau seneti mit tochter auib-en-chufu und sohn anch-ima-radjedef. kleinwüchsigkeit wurde im alten ägypten als besondere gabe und „göttliche manifestation" betrachtet. kleinwüchsige menschen genossen hohes ansehen und man verehrte etliche kleinwüchsige götter wie den gott bes. darstellungen und grabmäler kleiner menschen findet man ab der 1. dynastie, oft tragen sie teure … Der „Zwerg“ Seneb… weiterlesen
Kleine Kreisel-Kunde
…oder „wenn tutanchamun dran ist und du lieber spielen magst“. als howard carter „kv62“ entdeckte, die grabanlage von tutanchamun – und mit ihr nie zuvor gesehene und unglaubliche mengen kostbarer grabbeigaben, insgesamt 3200 Objekte, waren auch eher unspektakuläre, aber irgendwie anrührenden dinge dabei, die man dem 18jährigen pharao mit auf die reise gegeben hatte. so … Kleine Kreisel-Kunde weiterlesen
Schattenfüßler
dachte erst an mittelalter-yoga. aber bei den gelenkigen herren handelt es sich um mono- bzw. skiapoden (ein- bzw. schattenfüßler) – fabelwesen mit einem riesigen bein, mit dem sie superschnell rennen und springen können. und da sie extrem blass und lichtempfindlich sind, legen sie sich mittags auf den rücken und nutzen ihren riesenfuß als sonnenschirm. die … Schattenfüßler weiterlesen
Das Rennpferd des kleinen Mannes
brieftauben. früher waren sie die einzige möglichkeit, nachrichten schneller als durch boten zu übermitteln (und unauffällig am feind vorbei, vorausgesetzt, man hatte sie zuvor hinter die frontlinie oder grenze gebracht, von wo sie dann mit ihrer botschaft nach hause fliegen konnten). wie die tauben zu ihrem nistplatz zurückfinden, ist immer noch nicht ganz klar. möglicherweise nutzen … Das Rennpferd des kleinen Mannes weiterlesen
Ziemlich „chick“…
war beim finden dieses fotos – 1910, berlin, linienstraße 34 – irritiert über das (für mich) frühe auftauchen von „chic“. bei j&w grimm nachgeschaut und erfahren, dass „chic“ gar nicht aus dem französischen, sondern aus dem deutschen stammt. „schick(e)lich“ (passend, geziehmend) ist seit dem 14. jahrhundert und „schick“ seit dem 15. jahrhundert im deutschen belegt … Ziemlich „chick“… weiterlesen

