Pogrom von Kielce

 Am 4. Juli 1946, über ein Jahr nach der deutschen Kapitulation und dem angenommenen Ende der Judenverfolgung, massakriert ein Mob im polnischen Kielce über 40 Juden und verletzt 80 weitere zum Teil lebensgefährlich.Auslöser war ein Gerücht. Am 1. Juli war ein 8-jähriger verschwunden und von seinem Vater als vermisst gemeldet worden. Zwei Tage später tauchte … Pogrom von Kielce weiterlesen

Der letzte Bohemien

In memoriam JOHN HÖXTER (2.1.1884 – 15.11.1938) Dass über John Höxter, den »dunkelsten aller Morphinisten«, den »Dante« und »Ahasver«, der im »Romanischen Café« als »Pumpgenie«  von Tisch zu Tisch wanderte wie der Ewige Jude von Land zu Land und dessen Freunde heute zur ersten Garde des literarischen Expressionismus zählen, so viele Anekdoten und Gerüchte und so wenig »harte Fakten« zu finden … Der letzte Bohemien weiterlesen

Bierbaum-Selbstbetrachtung

Otto Julius Bierbaum (28.6.1865 – 1.2.1910) „Otto Julius Bierbaum erblickte das Licht dieser Welt am 28. Juni 1865 zu Grünberg in Niederschlesien als der Sohn eines eingebornen Konditors und einer sächsischen Bergmannstochter. In der väterlichen Familie waren zwei Berufszweige erblich: Ein süßer: die Zuckerbäckerei, und ein saurer: die protestantische Theologie. Otto Julius hatte aber wohl einen … Bierbaum-Selbstbetrachtung weiterlesen

Pasternaks Muse

Olga Iwinskaja *16.Juni 1912 – Boris Pasternaks Muse, Geliebte, Freundin und Vorbild der Lara in „Dr. Schiwago“ saß für die Liebe zu ihm Jahre im Gulag … Sie begegneten sich im Oktober 1946 zum ersten Mal, in der Redaktion des Literaturmagazins „Novy Mir“, ihrer Arbeitsstelle. Sie war Lektorin, 34 und Pasternak 22 Jahre älter, er … Pasternaks Muse weiterlesen

An die Nachgeborenen

15. Juni 1939. In der Pariser Exilzeitschrift „Die neue Weltbühne“ erscheint Bertolt Brechts Gedicht „An die Nachgeborenen“ 1.Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte StirnDeutet auf Unempfindlichkeit hin. Der LachendeHat die furchtbare NachrichtNur noch nicht empfangen.Was sind das für Zeiten, wo  Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen istWeil es … An die Nachgeborenen weiterlesen

Rothko-Gottlieb-Manifest

13. juni 1943: die von den kritikern verrissenen maler mark rothko (markus jankelewitsch rotkowitsch) und adolph gottlieb antworten ihnen in der »new york times“ mit einem manifest:(…)1. kunst ist für uns ein abenteuer in eine unbekannte welt, die nur von risikobereiten menschen erkundet werden kann.2. diese welt der vorstellungskraft ist phantasiefrei und dem gesunden menschenverstand … Rothko-Gottlieb-Manifest weiterlesen