Wind machen

der ventilator, abgezweigt vom lateinischen „ventilare“, wind machen, taucht erstmals 1803 im brockhaus conversations-lexikon auf, als „vorrichtung, durch welche aus eingeschlossenen räumen... die verdorbene luft hinweggeschafft, und dagegen frische hereingebracht wird.“erfunden hat die „fremdangetriebene strömungsmaschine“, bei der es also mitnichten um kühlung ging, 1740 der engländer stephen hales. der physiker nahm an, dass die verbrauchte … Wind machen weiterlesen

Kriegerinnen

agooji bzw. mino oder „n’bonmiton” (unsere mütter) hießen die kriegerinnen der historisch einzig bekannten reinen frauenarmee der neuzeit, der elitetruppe der westafrikanischen könige von dahomey, dem heutigen benin. ihre anfänge gehen bis ins 17. jh. zurück, wobei nicht gänzlich geklärt ist, wie dieses heer entstand – möglicherweise aus frauengruppen, deren aufgabe es war, elefanten zu … Kriegerinnen weiterlesen

„Die Nazimova“

nazimova möcht man als jüdin ja auch nicht unbedingt heißen, hab ich mir bei dem namen gedacht. aber ohne ihren namen wär sie mir auch nicht aufgefallen. alla nazimova (1879–1945) war die bedeutendste ibsen-darstellerin ihrer zeit und ein us-stummfilmstar, in hollywood nur "die nazimowa“ genannt. den nachnamen hat sie sich von der heldin der russischen … „Die Nazimova“ weiterlesen

Jungfrauen-Einhorn-Special 

aristoteles, julius cäsar und marco polo wollen es gesehen haben – das fabelhafte einhorn. heute wissen wir, dass es dem schlichten hebräischen „re’em“ der bibel „entsprungen“ ist. „re’em“ wurde im 3. jahrhundert v.u.z. mangels besseren wissens in das griechische „monókeros“ („einhorn“) übersetzt, der fehler dann ins lateinische als „unicornis“ weitergegeben und schließlich von luther als … Jungfrauen-Einhorn-Special  weiterlesen

Knit for Victory

mit dem stricken als patriotischem akt, der stricknadel als waffe gegen die „hunnen“ hatte das amerikanische rote kreuz im ersten weltkrieg unter der aufforderung „knit for sammie!” begonnen (aber natürlich strickte die deutsche heimatfront auch für ihre soldaten). ein zeitzeuge: "das klicken der nadeln im central park muss bis berlin zu hören gewesen sein“. die … Knit for Victory weiterlesen

Das Rennpferd des kleinen Mannes

brieftauben. früher waren sie die einzige möglichkeit, nachrichten schneller als durch boten zu übermitteln (und unauffällig am feind vorbei, vorausgesetzt, man hatte sie zuvor hinter die frontlinie oder grenze gebracht, von wo sie dann mit ihrer botschaft nach hause fliegen konnten). wie die tauben zu ihrem nistplatz zurückfinden, ist immer noch nicht ganz klar. möglicherweise nutzen … Das Rennpferd des kleinen Mannes weiterlesen

Kiezhaus

das älteste erhaltene wohnhaus von charlottenburg. die stadt war 1705 von friedrich I. gegründet worden, der sich auch gleich zu ihrem bürgermeister deklarierte und schlossbaumeister eosander von göthe beauftragte, ein verbindliches muster für die zu errichtenden bürgerhäuser und einen bebauungsplan vorzulegen. weil ihm entwicklung der neuen stadt dann aber zu langsam voran ging, erließ friedrich … Kiezhaus weiterlesen

Le lit clos

als kind war ich höhlen- und hochbettfan, daher gerade schwer begeistert. das „(double) lit clos“ oder boxbed gab es bis ins 20. jh. hinein vor allem in ländlichen gegenden schottlands, österreichs, der niederlande, skandinaviens und in der bretagne, wo die postkarten herstammen. es stand vorzugsweise an der rückseite eines schornsteins, war wie ein normaler schrank … Le lit clos weiterlesen

Ziemlich „chick“…

war beim finden dieses fotos – 1910, berlin, linienstraße 34 – irritiert über das (für mich) frühe auftauchen von „chic“. bei j&w grimm nachgeschaut und erfahren, dass „chic“ gar nicht aus dem französischen, sondern aus dem deutschen stammt. „schick(e)lich“ (passend, geziehmend) ist seit dem 14. jahrhundert und „schick“ seit dem 15. jahrhundert im deutschen belegt … Ziemlich „chick“… weiterlesen