He did it his way


frank sinatra *12.12.1915 – war nicht nur ein begnadeter sänger und entertainer, sondern auch sein ganzes leben lang gegen rassismus, antsemitismus und für den staat israel aktiv. 

seitdem die ersten berichte über die schoa in den usa veröffentlicht wurden, setzte sich sinatra für die rettung der verbliebenen europäischen juden ein, tingelte durchs land, machte die öffentlichkeit auf den holocaust aufmerksam, sammelte spenden und bedankte sich mit medaillons, die er hatte eigens herstellen lassen und die auf der einen seite ein bild des heiligen christopherus und auf der anderen seite einen davidstern trugen.

1945 spielte sinatra in „the house i live in“, einem kurzfilm gegen antisemitismus. er unterstützte die gründung des staates israel und 1947, als die vereinten nationen die ratifizierung ihres teilungsplans erwogen, sang er bei der „action for palestine rally“ in hollywood. und er half teddy kollek, dem späteren jerusalemer bürgermeister, der damals noch in der haganah war. der copacabana club, der von der mafia kontrolliert wurde (zu der sinatra bekanntlich ein enges verhältnis hatte), befand sich zufällig neben dem hotel 14, dem quartier der haganah. kollek erzählt in seiner autobiografie, wie er im märz 1948 einen von truman verhängten waffenboykott gegen die kämpfer umgehen und eine million dollar an einen irischen schiffskapitän übergeben sollte, dessen schiff voller illegaler munition schon im new yorker hafen vor anker lag. kollek entdeckte sinatra an der bar, nahm seinen ganzen mut zusammen und erzählte, wer er war und was er vorhatte und bat ihn um hilfe, weil er angst hatte, geschnappt zu werden. kollek ging also mit einer leeren tasche zum haupteingang raus, wurde prompt von fbi-agenten verfolgt, und sinatra spazierte im zwischenzeit mit dem geld in einer papiertüte durch die hintertür des klubs und überbrachte es erfolgreich… seiner tochter nancy sagte er später: „it was the beginning of a young nation. i wanted to help, i was afraid they might fall down.“

1962 besuchte sinatra israel, gab sieben konzerte und sang bei der offiziellen feier zum unabhängigkeitstag in tel aviv (auf dem foto mit ben gurion). 1966 spielte er die rolle eines jüdischen piloten in „cast a giant shadow“ mit kirk douglas und spendete seine gage für den bau eines arabisch-israelischen jugendzentrums. 1975 trat er wieder in israel auf (davon gibt es ein album „the jerusalem concert“) und 1982 sammelte er erhebliche summen für die finanzierung des schoa-dokumentarfilms „genocide“. sinatra spendete über eine million dollar an die hebrew university in jerusalem und saß im kuratorium des simon-wiesenthal-zentrums, weil er dessen gründer bewunderte. 

seinen 80. geburtstag feierte er mit einer reise nach israel (plus jordanien und ägypten – wegen seiner unterstützung für den judenstaat waren seine filme und platten in anderen arabischen ländern lange verboten), zu der er über hundert freunde, u.a. walter matthau, einlud.

frankie boy hat seine jüdischen freunde sein leben lang beschützt. er verprügelte schon in seiner jugend typen, die andere „jewish bastards“ oder „nigger“ nannten. einmal soll er auf einer party einem journalisten ein blaues auge gehauen haben, weil der eine antisemitische bemerkung gemacht hatte. laut „time magazine“ hat sinatra die taufe seines eigenen sohnes verlassen, weil der priester sich weigerte, einem jüdischen freund als paten zuzulassen (ist mir übrigens auch passiert, allerdings mit einem prostestantischen pfarrer). als sinatra hörte, dass einige golfklubs keine juden akzeptierten, trat er in einen jüdischen golfklub ein. 1979 drohte er einem friedhofsbeamten in palm springs, ihm die fresse zu polieren, weil der sich geweigert hatte, einen jüdischen freund des sängers während der thanksgiving-feiertage zu beerdigen. usw usw.

warum sinatra dem jüdischen volk so verbunden war, weiß man nicht so genau, aber er trug jahrelang eine kleine mesusa um den hals, ein geschenk einer alten jüdischen nachbarin der familie sinatra, mrs. golden, die sich in seiner kindheit um ihn gekümmert hatte, mit ihm jiddisch sprach und ihn mit kuchen fütterte. ihr zu ehren hat er viele jahre später 250000 dollar an „israel bonds gespendet.

foto: sinatra mit ben gurion

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