„Du kennst das Volk, das man die Juden nennt, Das außer seinem Gott nie einen Herrn erkennt.Du gabst ihm Raum und Ruh, sich weit und breit zu mehrenUnd sich nach seiner Art in deinem Land zu nähren; Du wurdest selbst ihr Gott, als ihrer sie verstießUnd Stadt- und Tempelspracht in Flammen schwinden ließ: (…)Laß sie … „Fack ju Göhte“ weiterlesen
Kategorie: Literaten & Philosophen
Julians Lokomotive
julian tuwim 1894–1953, polnisch-jüdischer lyriker mit feinem humor. ein gedicht für kinder: LokomotiveDie große Lok ist heiß.Ihr Öl tropft auf das Gleis.Und Öl ist, wie man weiß, Lokomotivenschweiß. Der Heizer, der füllt ihr mit Kohle den Bauch. Drum keucht sie und jammert und stöhnt unterm Rauch:UCH, ist das heiß!HUH, so viel Schweiß!PUH, welche Glut!DAS tut … Julians Lokomotive weiterlesen
Izchak Katzenelson – in memoriam
izchak katzenelson, geboren 1.7.1886 in kareliczi, vergast 1.5.1944 in auschwitz Ich hatte einen Traum Ich hatte einen schrecklichen Traum. Meine Leute sind nicht mehr, meine Leute sind weg. Ich sprang mit einem Schrei auf: Ah! Ah! Was ich geträumt habe, ist mir passiert! Gott in den Höhen! Ich rufe zitternd an: Im Namen dessen, was und warum mein Volk gestorben ist? Im Namen dessen, was ist er … Izchak Katzenelson – in memoriam weiterlesen
Kafkas Augen
Franz Kafkas Augenfarbe in 15 Aussagen oder warum man nachkolorierten Schwarz-Weiß-Fotos misstrauen sollte: _ „…der Blick seiner dunklen Augen“ (Felix Weltsch)_„…mit seinen stahlblauen Augen“ (Dora Geritt)_„…sah mich aus seinen dunklen Augen (…) an“ (Anna Lichtenstein) _ „…die Augen kühn, blitzend grau“ (Max Brod) _„…braune, schüchterne Augen“ (Dora Diamant)_„…sein dunkler Blick“ (Michal Mareš) _„…tiefblaue Augen“ (Tile … Kafkas Augen weiterlesen
Brief an einen Unbekannten
lion feuchtwangers „offener brief“ an einen unbekannten, „pariser tageblatt“, 3/1935: „An den Bewohner meines Hauses Mahlerstrasse 8 in Berlin Ich weiss nicht, wie Sie heissen, mein Herr, und auf welche Art Sie in den Besitz meines Hauses gelangt sind. Ich weiss nur, dass vor zwei Jahren die Polizei des Dritten Reichs mein gesamtes bewegliches und … Brief an einen Unbekannten weiterlesen
Einem Epigramm lässt sich nicht widersprechen
Edgar Allan Poe *19.Januar 1809 Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewußt, die dem entgehen, der nur nachts träumt. Wenn ich herausfinden will, wie klug oder wie dumm, wie gut oder wie böse einer ist oder was er im Augenblicke denkt, so ahme ich genau seinen Gesichtsausdruck nach und warte ab, was für … Einem Epigramm lässt sich nicht widersprechen weiterlesen
Arzt und Aufklärer
marcus herz (1747–1803). der berliner professor, arzt, philosoph und aufklärer, sohn eines einfachen toraschreibers, wurde berühmt für sein offenes haus, in dem er naturwissenschaftliche und philosophische vortragsabende veranstaltete und den seine frau henriette (die ihn klein und häßlich, aber auch geistreich und humorvoll fand und deren ausbildung er gefördert hatte), zum bekanntesten literarischen berliner salon … Arzt und Aufklärer weiterlesen
Else Jerusalem und Heinrich Zille
von ihr hatte ich noch nie gehört, bis mir eine zeichnung heinrich zilles unter die augen gekommen ist, die er 1930 nach einer skizze aus dem jahr 1909 aus dem herrenfeld-theater (ein jüdisches burlesken-theater in berlin) von else jerusalem angefertigt hatte, und ich wissen wollte, wer diese frau war. else kotányi, 1876 in wien geboren, … Else Jerusalem und Heinrich Zille weiterlesen
Erich Kästner: Wahres Geschichtchen
Voraussetzungen, die eine zwingendeSchlußfolgerung zulassen, nennt man, wie jeder Mittelschüler in und außer Dienst gern bestätigen wird, Prämissen. Die folgende wahre Geschichte hat der Prämissen zwei. Erstens: Kunst und Wirklichkeit sind in der Lage, die seltsamsten chemischen Verbindungen einzugehen. Zweitens: Die Tiroler sind lustig. Das Subjekt der zweiten Prämisse ließe sich beliebig erweitern. Aber im … Erich Kästner: Wahres Geschichtchen weiterlesen
Tucholsky über Kafkas »Process«
„[…] ‚wie ein hund!‘ sagte er, es war, als sollte die scham ihn überleben.« – 1926 erscheint in dem kleinen berliner verlag „die schmiede“ franz kafkas „der process“, gegen dessen letzten willen bewahrt und herausgegeben (göttin sei dank!) von seinem freund und nachlassverwalter max brod, der auch die (umstrittene) reihenfolge der kapitel festlegt. das manuskript, … Tucholsky über Kafkas »Process« weiterlesen










