Das letzte Gedicht der als Sara Polina Gincburg am 22. März 1917 in Kyiv geborenen Ausnahme-Lyrikerin Zuzanna Ginczanka, die vor den Deutschen aus Warschau nach Lemberg floh, von ihren Nachbarn verraten wieder fliehen musste, nach erneuter Denunziation von der Gestapo verhaftet, gefoltert und 1944 erschossen wurde. „Non omnis moriar“ (Nicht alles von mir wird sterben … Non omnis moriar weiterlesen
Kategorie: Literaten & Philosophen
Ovid und der Liebeskummer
publius ovidius naso, *20. märz 43 v.u.z., hat „wehret den anfängen!“ verkündet, nur nicht als politische bedenkformel, sondern als guten rat bei liebeskummer. bei beziehungen im anfangsstadium emphielt der römische dichter allen verschmähten, ihre gefühle „im keim zu ersticken“, eben: „principiis obsta!“ - „wehret den anfängen!“. um von fortgeschrittenen beziehungen loszukommen, solle man/frau sich am anderen übersättigen … Ovid und der Liebeskummer weiterlesen
Hälfte des Lebens
Friedrich Hölderlin *20. März 1770 Hälfte des LebensMit gelben Birnen hängetUnd voll mit wilden RosenDas Land in den See,Ihr holden Schwäne,Und trunken von KüssenTunkt ihr das HauptIns heilignüchterne Wasser.Weh mir, wo nehm ich, wennEs Winter ist, die Blumen, und woDen Sonnenschein,Und Schatten der Erde?Die Mauern stehnSprachlos und kalt, im WindeKlirren die Fahnen.
„Treten sie zur Seite!“
Egon Friedell (Friedmann) – begnadeter Autor, Kulturphilosoph und Kabarettist –, geboren am 21. Januar 1878, sprang am 16. März 1938 in Wien aus Angst vor der SA mit dem Ruf „Treten Sie zur Seite!“ aus dem Fenster seiner Wohnung im 3. Stock in den Tod. ברוך דיין האמת „Der Reisende sieht sich die Welt an: aber … „Treten sie zur Seite!“ weiterlesen
Malerdichter
Max Jacob 12.7.1876 – 4.3.1944 der malerdichter stammte aus der bretagne, teilte sich mit picasso auf dem montmartre ein zimmer, war mit apollinaire und modigliani befreundet (und wurde von ihnen gemalt), konvertierte vom judentum zum katholizismus (picasso malte ihn daraufhin in seinem bild „die drei musikanten“ als mönch), wurde nach der deportation seiner familie im februar … Malerdichter weiterlesen
Un cheval galopant sur une tomate
André Breton *19.2.1896 Jemand, der sich kein Pferd vorstellen kann, das auf einer Tomate galoppiert, ist ein Idiot. (L’homme qui ne peut pas voir un cheval galopant sur une tomate est un idiot.) Die einfachste surrealistische Handlung besteht darin, mit Revolvern in den Fäusten auf die Straße zu gehen und blindlings soviel wie möglich in … Un cheval galopant sur une tomate weiterlesen
Erdbeermund 1.0
paul zech * 19.2.1881 Eine verliebte Ballade für Yssabeau d’Außigny Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,ich schrie mir schon die Lungen wundnach deinem weißen Leib, du Weib.Im Klee, da hat der Mai ein Bett gemacht,da blüht ein schöner Zeitvertreibmit deinem Leib die lange Nacht.Da will ich sein im tiefen Taldein Nachtgebet und auch dein … Erdbeermund 1.0 weiterlesen
Hedwig Courths-Mahler – braune Schnulzenqueen
Über Hedwig Courths-Mahler, *18.2.1867, muss man nicht viele Worte verlieren. Dank ihrer Liebesschnulzen ist sie die bis heute weltweit erfolgreichste deutsche Autorin. Vielleicht resultiert ihre Heile-Welt-Ader aus einer miesen Kindheit, die sie bei gewalttätigen Pflegeeltern und einer Mutter hatte, die ihre vier Kinder von vier Männern mit ihrem Verdienst als Prostituierte durchbringen musste, die Hedwigs … Hedwig Courths-Mahler – braune Schnulzenqueen weiterlesen
Giordano Bruno wird verbrannt
17. februar 1600: der ex-mönch, philosoph und astronom giordano bruno (52) wird nach acht jahren haft auf dem campo de fiori in rom als ketzer verbrannt. „Mit größerer Furcht wohl sprecht Ihr mir das Urteil, als ich es empfange.«„Wer zu philosophieren sucht, muss zuerst alle Dinge bezweifeln. Er darf nicht Stellung beziehen in einer Debatte, bevor … Giordano Bruno wird verbrannt weiterlesen
Molières Abgang
17. Februar 1673. Der Komödiendichter Jean-Baptiste Poquelin alias Molière stirbt – ausgerechnet bei einer Aufführung seiner Komödie „Der eingebildete Kranke“. Das Publikum hält es für einen Bühnen-Gag. „Geistreich soll niemand sein als wir und unsere Freunde.“ (Les femmes savantes, 1672)










