Pasternak. Ich ein Mörder, ein Popanz?

boris pasternak *10.2.1890 Nachdem die sowjetische Propaganda eine beispiellose Hetzkampagne losgetreten hatte, weil ihm für seine Lyrik und „Doktor Schiwago“ der Literatur-Nobelpreis zugesprochen worden war, sah sich Pasternak gezwungen, den Preis abzulehnen, und schrieb dieses Gedicht: Der NobelpreisBin am End, ein Tier im Netze.Fern gibt’s Menschen, Freiheit, Licht.Hinter mir der Lärm der Hetze,Und nach draußen … Pasternak. Ich ein Mörder, ein Popanz? weiterlesen

Die unbekannte Nichte

Die in Vergessenheit geratene Kinderbuchautorin Tom Seidmann-Freud Ihr Onkel Sigmund hat als „Dompteur des Unterbewussten“ für alle Zeiten einen Platz im Gedächtnis der Menschen gefunden. Sie selbst ist – weitgehend – vergessen: Tom Seidmann-Freud, Kinderbuchautorin, Illustratorin, Möbel-, Spielzeug-, Mode-Gestalterin. Geboren wurde das Multitalent 1892 in Wien als Tochter von Maurice und Mitzi (Marie) Freud, der … Die unbekannte Nichte weiterlesen

…so scharf auf Seele

„Sie sind zwar zum Tode verurteilt, mein Kind, aber weiss Gott, Sie hätten Talent gehabt, am Leben zu bleiben“ (Lili Grün) Elisabeth Grün, heute vor 112 Jahren, am 3. Februar 1904, in Wien als jüngstes von vier Kindern des aus dem ungarischen Élesd stammenden Schnurrbartbinden-und Haarnetz-Fabrikanten Hermann Grün und seiner Frau Regina Goldstein geboren, verlor mit … …so scharf auf Seele weiterlesen

„Linksler“ Anton Kuh

Anton Kuh (12.7.1890 Wien – 18.1.1941 New York) – von den Nazis ins Exil getriebener jüdischer Feuilletonist, Satiriker, Kaffeehausoriginal, Bon vivant, Provokateur und selbst ernannter „Linksler“ mit scharfem Verstand und ätzender Zunge Wenn einer Kuh heißt und ernst genommen werden will, muß er so tun, als wäre er ein Stier.Was ist ein Kaffeehausliterat? Ein Mensch, … „Linksler“ Anton Kuh weiterlesen

Ida Dehmel

Ida Dehmel, geb. Coblenz 14.1.1870 – 19.9.1942 suizid Ida und Richard DehmelPsalm zweier Sterblichen DER MANNGöttin Zukunft,mit gefesselten Händen hältst dueine geschlossene Schriftrolle,drin mein Schicksal verzeichnet steht.Langsam, Tag für Tag,ringe ich deinen FingernZoll für Zoll die Urkunde ab,Zeile für Zeile.Bis der Augenblick kommt,wo das entrollte Papier,eh ich das letzte Wort noch las,meinem erschöpften Arm entfällt;und … Ida Dehmel weiterlesen

Die Sprüche der (vielen) Väter

Hat sich Karl Marx den ihm zugeschriebenen berühmten Slogan „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!" oder die Redewendung von der Religion als „Opium des Volkes“ ausgedacht? Nicht wirklich.  Einen Vorläufer der Proletarier, die sich gefälligst vereinigen sollen, finden wir schon in einem Brief vom 26. August 1846 aus London an Friedrich Engels in Brüssel: „…Wir haben … Die Sprüche der (vielen) Väter weiterlesen

Schlemiel und die Saubohnen

„Wie sich der Chanukaleuchter des Ziegenfellhändlers Cohn in Pinne zum Christbaum des Commerzienrats Conrad in der Tiergartenstraße (Berlin W.) entwickelte.“ Mich hat schon lange geärgert, dass diese großartige Karikatur überall nur angeschnitten zu finden ist. Also habe ich die ganze Zeitschrift „Schlemiel“, in der das Bild 1904 erschienen ist, gesucht und beim Leo Back Institut … Schlemiel und die Saubohnen weiterlesen