Hoheit Amanullerich

Weimarer Republik, 22. Februar 1928: Der afghanische König Amanullah besucht als erstes Staatsoberhaupt nach dem Ersten Weltkrieg die deutsche Hauptstadt. Der Lehrter Bahnhof ist mit Fahnen, Tannengrün und roten Teppichen geschmückt, die Reichswehrkapelle intoniert „Preußens Gloria“, Reichspräsident Paul Hindenburg begrüßt den König und seine Gattin Suraya, die Berliner (die ihn „Amanullerich“ oder „Ullemulle“ nennnen) jubeln … Hoheit Amanullerich weiterlesen

Die vielleicht bedeutendste Feministin des 20. Jahrhunderts …

… von der man noch nie etwas gehört hat.als ich das erste mal von beate sirota (1923–2012) las, konnte ich jedenfalls kaum glauben, dass eine 22jährige wiener jüdin 1946 die neue japanische verfassung mit geschrieben und in ihr frauen- und gleichheitsrechte installiert haben sollte – fast eine revolution, wenn man bedenkt, wie konservativ und frauenfeindlich … Die vielleicht bedeutendste Feministin des 20. Jahrhunderts … weiterlesen

Die Jamal Twins

Als Berta und Helena Albert, Töchter von Fischel Alpert aus Czernowitz, hätten sie womöglich keine große Karriere gemacht. Als die „Jamal Twins“ Leila und Lamia waren sie die umjubeltsten ägyptischen Bauchtänzerinnen der 50/60er Jahre …Dass die Stars vom Nil keine Zwillinge, keine Jamals und nicht einmal Araberinnen waren, sondern osteuropäische Jüdinnen namens Alpert, erfuhr die … Die Jamal Twins weiterlesen

Der jüdische Anwalt und Politiker Ludwig Marum

„Ich werde mir aber die Freiheit nicht erbetteln, und ich will auch nicht, daß Ihr oder andere um meine Freiheit bettelt. Meine Freiheit können sie mir nehmen, aber nicht meine Würde und meinen Stolz.“ (am 27.4.1933 aus dem Gefängnis an seine Frau) Ludwig Marum wird am 5. November 1882 im pfälzischen Frankenthal geboren. Die Marums … Der jüdische Anwalt und Politiker Ludwig Marum weiterlesen

Liebeserklärung an die Frau Jerusalem

Der Londoner Historiker Simon Sebag Montefiore, Nachfahre des Stifters der fotogenen Jerusalemer Windmühle und spätestens seit seiner Stalin-Biographie im Olymp der Geschichtsbestseller-Autoren angelandet, hat ein neues Objekt der Begierde: die Stadt der Städte – Jerusalem. Welch ein Glück, denn Montefiore ist ein begnadeter Rechercheur, mit der Fähigkeit, sich im Labyrinth der Jerusalemer Geschichte nicht zu … Liebeserklärung an die Frau Jerusalem weiterlesen

»Hier war es, mit Ausnahme der Juden, sehr schön.« 

Bauchgrummeln bei Theo F. 1855, Theodor Fontane, Rezension zu Gustav Freytag: »Der Verfasser mag uns glauben, wir zählen nicht zu den Judenfreunden, aber trotz alledem würden wir Anstand nehmen, in dieser Einseitigkeit unsere Abneigung zu betätigen. Wohin soll das führen? Die Juden sind mal da und bilden einen nicht unwesentlichen Teil unserer Gesellschaft, unseres Staates. Zugegeben, … »Hier war es, mit Ausnahme der Juden, sehr schön.«  weiterlesen